Lappland – Winter Wonderland

 

Zum Jahreswechsel 2016/2017 hieß es für uns auf ins Winter-Wunderland in den finnischen Teil Lapplands. Bei Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt war der Kamin in unserer Blockhütte natürlich Gold wert und auch die Sauna wurde jeden Tag eingeheizt. In den 10 Tagen Winter-Wunderland kam durch die diversen Aktivitäten wie Huskie-Schlitten-Tour, Rentier-Safari, Snowmobil fahren, Schneeschuhwandern, Langlauf und natürlich die Beobachtung von Polarlichtern am Nachthimmel keine Langeweile in der Einsamkeit des hohen Nordens auf. Auch die Outdoor-Hochzeit unserer besten Freunde in absoluter Einsamkeit auf dem zugefrorenen See direkt vor unserem Haus im tiefsten Schnee und Fackelschein war eines dieser wahnsinnigen Highlights!

die Anreise

Die Anreise aus Deutschland erfolgt über den Flughafen Kittilä, entweder mit Stop über Helsinki, oder direkt z.B. von München, Düsseldorf und Amsterdam. Wir fliegen von Düsseldorf über Helsinki nach Kittilä und bleiben eine Nacht in Helsinki. Kleiner Zwischenstopp halt. Da wir erst nach dem Mittag in Helsinki ankommen, haben wir also nur einen halben Tag in der finnischen Hauptstadt. Wir laufen daher nur etwas durch die Innenstadt und gehen zum Urlaubsauftakt lecker Essen. Einen richtigen Eindruck von Helsinki können wir in der kurzen Zeit nicht gewinnen.

Am nächsten Morgen geht es für uns dann weiter Richtung Norden. 1,5 Flugstunden später nähern wir uns dann Kittilä. Die Sicht beim Landeanflug ist aufgrund von Schneefall eher semi. Unser Pilot entscheidet sich daher 100m über dem Boden den ersten Landeversuch abzubrechen und nochmal vollen Schub zugeben. Wir ziehen rund 45 Minuten ein paar Warteschleifen und landen dann beim zweiten Versuch ohne Probleme auf der geschlossenen Schneedecke 🙂

Da hier im hohen Norden Europas nur wenige Menschen leben, ist der Flughafen Kittilä sehr überschaubar. Dementsprechend schnell können wir unseren bereits von Deutschland aus reservierten Mietwagen übernehmen. Dieser wartet bereits mit laufendem Motor vorgeheizt und vom Schnee befreit bei -20 Grad auf uns. Vorreservieren macht hier besonders viel Sinn, da in der Regel nur bereits vorbestellte Fahrzeuge zur Vermietung am Flughafen bereit stehen. Darüber hinaus hatten wir uns im Vorfeld Gedanken gemacht inwiefern Winterreifen extra bestellt werden müssen. Bei vielen Vermietern findet man hierzu nämlich leider keine Informationen. Vor Ort stellen wir aber fest, dass diese Frage völlig überflüssig gewesen ist. Im Winter fahren hier ALLE Autos standardmäßig mit Spikes. Anders funktioniert das auch nicht, da die Straßen zum größten Teil mit einer Schneeschicht versehen sind. Wir fahren also vorsichtig los…

die Villa

Nach ca. 40 Minuten Fahrtzeit erreichen wir unsere Lappland Dream Villa am Jerisjärvi-See. Unser Haus ist das letzte Haus in einer kleinen Sackgasse nur wenige Meter bis zum großen See mit eigener Langlaufloipe bis vor unsere Haustür. Draußen am Haus haben wir ein großes Holzmagazin gefüllt mit ordentlich Brennstoff. Zwar verfügt unser luxeriöses Blockhaus über eine Fußbodenheizung, aber so richtig muckelig warm wird es bei -20°C draußen erst mit einem prasselndem Feuer im Kamin.

Für die Outdoor-Aktivitäten liegt eine komplette Polarausrüstung (Handschuhe, Mütze, Schuhe und Anzug) bereit. Sogar Langlaufski und Schneeschuhe sind im Preis mit enthalten. Darüber hinaus gibt es auch einen Raclettegrill und ein Fondue. In Summe sind wir wunschlos glücklich und uns wird bewusst, dass wir uns im absoluten Nichts befinden. An unserem Ankunftstag ist frischer Schnee gefallen, so dass alles frisch eingepudert ist. Wir stehen vor unserem Haus und lauschen und hören NICHTS. Es ist früher Nachmittag, die Luft ist trocken und kalt und die Sonne geht langsam unter. Die Stimmung ist einfach beruhigend und friedlich.

Um die nächsten Tage in unserem Blockhaus genießen zu können, heißt es also erstmal Einkaufen. Die nächsten Einkaufmöglichkeiten und auch Tankstellen liegen gute 30 Fahrminuten entfernt entweder in Levi oder Munio. Da wir bei der Anfahrt bereits durch Levi gekommen sind und dies ein richtiger kleiner Skiort (ca. 35 Pisten-km) mit „größeren“ Hotels und „vielen“ Touristen ist, fahren wir lieber nach Munio. Der Supermarkt ist erstaunlich gut bestückt. Wir bekommen hier von frischem Gemüse über Wurst, Käse und Fleisch alles was wir für die nächsten Tage benötigen.

die Aktivitäten

Polarlichter: Die Hoffnung Polarlichter zu sehen war im Vorfeld der Reise groß. Umso schöner, dass wir voll auf unsere Kosten kommen. In 4 von 8 Nächten sehen wir Polarlichter. 2x sogar direkt über unserem Haus in grün und violett! Eine atemberaubende Erfahrung! Wir stehen ganz allein bei -30°C auf einem zugefrorenen See, starren in den Nachthimmel und sehen dann dieses mystische Tanzen der Lichter. Es gibt diverse Apps die Auskunft über die Sonnenaktivität geben, welche für die Intensität der Polarlichter verantwortlich ist. Verlasst Euch aber nicht ausschließlich darauf… Polarlichter kommen und gehen manchmal innerhalb von Minuten. Man braucht viel Glück, einen klaren Himmel und Durchhaltevermögen in der Kälte. ABER…. Es lohnt sich!!!!

Skidoo-Tour: Die Möglichkeiten aktiv zu sein sind wirklich groß. Unser Platz 1 dabei ist aber definitv eine Skidoo-Tour mit Lauri. Quer durchs Winterwunderland zu fahren ist einfach der Oberhammer!!! Selbst hart gesottene Adrenalinjunkies werden dabei mit Sicherheit voll auf Ihre Kosten kommen. In den Genuss mit 70 Sachen über einen zugefrorenen See zu heizen kommt man nicht alle Tage.

Huskie Schlittenfahren: Ebenfalls ein absolutes Must-DO! Obgleich dieses Event etwas touristischer anmutet. Trotzdem sind die Huskies einfach sensationell. Einer genießt den Ride auf dem Schlitten, der andere muss harte Arbeit leisten und den Schlitten lenken und die Hunde anfeuern. Am Ende darf man dann noch mit den Puppies rumtollen. Am liebsten hätten wir heimlich einfach einen eingepackt 😉

(Schneeschuh-)wandern: Hört sich im Gegensatz zur Skidoo-Tour vielleicht langweilig an, ist aber auf Platz 2 unserer Aktivitäten. Wir absolvieren die Wanderung zum nahgelegenen Keimiöjärvi in ca. einer Stunde. Am See gibt es eine Schutzhütte in der Feuerholz für einen kleinen Kamin bereit liegt. Zum Aufwärmen genau das Richtige! Tipp: Nehmt Euch Thermoskannen für die Pause mit. Unser Glühwein war tatsächlich noch heiß.

und sonst…

Kälte: Bis zu -40°C zeigt das Thermometer. Dank Polarausrüstung aber kein Problem. Bis -25°C geht es damit sogar wirklich sehr gut. Wir sitzen mehrere Stunden im Schnee und beobachteten Polarlichter, ohne dass uns kalt wird. Nur die Handschuhe sollte man nicht ausziehen – Eine Heizung ist nämlich nicht eingebaut 😉 … Ebenfalls interessant – Das Gesicht verwandelt sich schon nach ein paar Minuten an der frischen Luft in einen einzigen Eiszapfen (s. Fotos oben), da die feuchte Atemluft im Gesicht direkt gefriert. Teilweise sieht man aus als wäre man auf einer Expedition zum Nordpol. Aber fotogen ist es allemal!

Licht: In 8 Tagen vor Ort, sehen wir kein einziges Mal die Sonne. Vielmehr ist es ein andauernder Dämmerzustand, welcher ca. 6 Stunden anhält. Die Lichtstimmung dabei ist einfach unbeschreiblich. Stellt euch vor Ihr könntet einen perfekten Sonnenuntergang für mehrere Stunden einfrieren. Voila!!! Nördlich des Polarkreises ist das möglich! Einfach Wahnsinn!!!

Fazit

Was für ein Winterwunderland!!! Lappland hat uns voll in seinen Bann gezogen. Nicht zuletzt auch wegen der perfekten Unterkunft mit dem gewissen Etwas. Die klassischen Feriendörfer bestehend aus Blockhütten und Glas-Iglus reizten uns aufgrund der großen Anzahl an Häusern nicht. Wir wollten die echte Einsamkeit des hohen Nordens genießen und nicht im Feriendorf mit Touristenströmen in Reisebussen zu den Attraktionen gefahren werden. An dieser Stelle daher ein großes „Dankeschön“ an Anna und Lauri von Lapplanddream.com. Ihr ward einfach klasse! Die Möglichkeiten hier den (kurzen) Tag zu gestalten sind sehr vielseitig. Selbst Skifahren ist möglich im nur 30 km entfernten Levi. In Summe ein perfekter Winterurlaub der nach einer Wiederholung schreit… Gerne werden wir diesem Ruf folgen!

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