Wandern im Gaistal

Als leidenschaftliche Skifahrer kennen wir die Alpen bisher eigentlich nur aus unserem jährlichen Winterurlaub. Auch im Sommer sollen die Alpen traumhaft schön sein, und da wir Anfang Februar den Kilimandscharo besteigen werden, bietet sich in diesem Sommer eine Woche in den Bergen als kleines Warm-Up regelrecht an. Unser Ziel ist das Gaistal in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Von hier aus wollen wir auf diversen Routen unsere neuen Wanderschuhe einlaufen und unsere Kondition einem Härtetest unterziehen. Damit auch Ihr eine Vorstellung von dieser Ecke der Alpen bekommen könnt, stellen wir Euch hier unser 3 Highlight Wanderungen im Gaistal und eine Wanderung im benachbartem Seefeld vor.

Steinernes Hüttl – Rotmoosalm

reine Gehzeit: ca. 6 h
Distanz: ca. 19 km
Höhenmeter: ca. 1.200 hm im Auf- und Abstieg

Das ganze Gaistal ist touristisch zwar sehr gut erschlossen, dennoch lassen sich hier diverse Wanderung machen, auf denen man doch relativ allein unterwegs ist. Schön am Gaistal ist vor allem, dass das ganze Tal autofrei ist. So ist man wirklich mitten in der Natur, ohne störende Motorengeräusche. Vom Parkplatz Salzbach (4,- € Parkgebühr am Automaten zu entrichten – kein Wechselgeld, aber am ersten Automaten ins Gaistal ist auch Kartenzahlung möglich! Auf jedem der Parkplätze steht zwar ein Parkautomat, aber die sind nur mit Kleingeld zu bezahlen) aus geht es über den Ganghofer Weg nahezu ohne Höhenmeter  in ca. 1,5 Stunden mitten ins Gaistal bis zur Tillfußalm auf 1.382m. Von hier beginnt dann der Aufstieg zum steinernen Hüttl (1.925m), für den wir weitere 1,5 Stunden benötigten. Hier könnt Ihr kurz pausieren und – sofern die Hütte besetzt ist – einen kleinen Boxenstopp einlegen, bevor es dann noch weiter nach oben geht. Beim Aufstieg auf über 2.000 m werdet Ihr garantiert viele Murmeltiere sehen. Mit etwas Glück lassen sich sogar in einiger Entfernung Gämsen beobachten. Nachdem man das Joch überquert hat folgt ein knackiger Abstieg, um dann die verlorenen Höhenmeter wieder nach oben zu kraxeln. Die Rotmoosalm liegt auf 1.904 m. Für den Weg vom steinernen Hüttl bis zur Rotmoosalm benötigten wir weitere 1,5 Stunden. Spätestens hier hat man sich dann sein Mittagessen und das ein oder andere Kaltgetränk locker verdient. Sobald man wieder bei Kräften ist geht es „nur“ noch ca. 1 – 1,5 h bergab zurück zum Parkplatz. Wir streichelten auf dem Weg noch ein paar Pferde ;). In Summe wirklich eine tolle Tages-Wanderung, die aber schon Kondition und Kraftausdauer voraussetzt. Wer ungestört in mitten der Natur unterwegs sein möchte wird hier fündig! Mit Pausen benötigten wir für die gesamte Rundtour ca. 8 Stunden, daher solltet Ihr früh zu dieser Wanderung aufbrechen.


Coburger Hütte

reine Gehzeit: ca. 4 h
Distanz: ca. 15 km
Höhenmeter: ca. 650 hm im Auf- und Abstieg

Etwas touristischer geht es da schon auf dem Weg zur Coburger Hütte zu. Dies liegt vor allem an der zum größtenteils für Kinderwagen geeigneten Strecke. Erstes Ziel ist zunächst die Seebenalm mit dem etwas darüber gelegenen Seebensee. Diesen erreicht man entweder einmal mehr vom Parkplatz Salzbach (4,- € Parkgebühren am Automaten zu entrichten – kein Wechselgeld!) über den Ganghofer Weg in ca. 2,5 Stunden, oder man startet von Ehrwald aus und nimmt die Almbahn zur Ehrwalder Alm. Von hier schafft man die Strecke dann in ca. 1,5 Stunden, muss aber auch zunächst mit dem Auto bis nach Ehrwald fahren (Fahrtzeit ca. 1 Stunde – Gaistal ist ja autofrei, so dass man einmal um die Berge herum fahren muss!). Wir haben die Wanderung von Ehrwald begonnen.

Der glasklare Seebensee bietet ein tolles Bergpanorama. Auch die Coburger Hütte lässt sich von hier aus schon erspähen. Um zu dieser zu gelangen geht es in Serpentinen schnurstracks 260 Höhenmeter bergauf. Nach ca. 30-45 knackigen Minuten kommt Ihr nassgeschwitzt oben an, bekommt dafür dann aber eine unglaubliche Aussicht auf den Drachensee zur einen und auf den fast 300 Meter tiefer gelegenen Seebensee zur anderen Seite mit der Zugspitze im Hintergrund. In Summe lohnt sich vor allem genau dieses Stück der Wanderung! Der Weg zur Seebenalm ist dagegen relativ unspektakulär und verläuft größtenteils über einen Forstweg.


Wettersteinhütte – Hämmermoosalm

reine Gehzeit: ca. 3 h
Distanz: ca. 11 km
Höhenmeter: ca. 550 hm im Auf- und Abstieg

Eine weitere sehr schöne Runde führt einmal mehr vom Parkplatz Salzbach (wieder 4,- € Tagesparkgebühr) bis zur 550 Meter höher gelegenen Wettersteinhütte. Der Weg führt dabei stetig bergauf, stellt einen aber vor keine größeren Probleme. Wenn man recht zeitig auf den Beinen ist, hat man die wunderschöne Wettersteinhütte nach der etwas mehr als einstündigen Kraxelei fast für sich alleine. Die Wettersteinhütte besticht mit viel Liebe zum Detail und bei schönem Wetter mit der absolut grandiosen Aussicht von der gemütlichen Terrasse! Nach einer kurzen (flüssigen) Stärkung geht es dann weiter erst ein ganzes Stück parallel den Berg entlang und dann hinab zur Hämmermoosalm. Hierfür braucht man ca. eine weitere Stunde, so dass man rechtzeitig mit einem schönen Hungergefühl gegen späten Mittag auf der nächsten Alm ankommt. Bei Live-Musik schmecken die Kaspressknödel dann nochmal ein bisschen besser als ohnehin schon ;). Zurück zum Parkplatz dauert es von hier aus nochmal ca. 30 – 45 min. bergab. In Summe eine sehr schöne Wanderung mit zwei wirklich tollen Hütten, die vor allem dann zu empfehlen ist, wenn man mal nicht den ganzen Tag auf den Beinen sein möchte.


Tour im benachbarten Seefeld – über die Seefelder Spitze bis zur Nördlinger Hütte

reine Gehzeit: ca. 2,5 h
Distanz: ca. 7 km
Höhenmeter: ca. 520 hm im Auf- und Abstieg
Kosten für Gondel: 27 € (Stand 08/2017)

Nur 15 Minuten vom Gaistal entfernt liegt das Örtchen Seefeld. Grund genug sich auch hier mal die „Top-Wanderung“ anzusehen. Startpunkt ist eine Fahrt mit der Bergbahn zur Rosshütte und weiter hoch zum Seefelder Joch. Das Auto stellen wir unten gratis ab, dafür schlägt das Liftticket aber mit 27€ zu buche (Topkarte – 3 Bahnen – Standseilbahn, Jochbahn und Härmelekopfbahn).

Oben angekommen verläuft der Weg entlang des Grates bis zur Seefelder Spitze. Insgesamt ist die Strecke gut besucht. Die Ruhe des Gaistals sucht man hier vergebens. Etwas leerer wird es dann, sofern man weiter zur Nördlinger Hütte wandern möchte. Der nächste Abschnitt setzt nämlich Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk (mind. gute Trekkingschuhe) voraus. Zurück von der Nördlinger Hütte benötigt man ca. eine Stunde bis zur Härmelekopfbahn, von der aus man mit einer Gondel wieder zurück zur Rosshütte gelangt. Insgesamt sicher eine interessante Wanderung mit teilweise sehr schönen Aussichten, die uns aber im Vergleich zu den anderen Wanderungen am schlechtesten Gefallen hat. Vielleicht auch, weil es hier so touristisch zuging…

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