Western Australia: Schnorcheln am Ningaloo Reef

Schnorcheln am Ningaloo Reef gehört zweifelsohne zu den absoluten Highlights auf jeder Reise durch den Westen Australiens! Die Unterwasserwelt ist einfach phantastisch, das Wasser kristallklar, die Korallen nahezu überall intakt und das Allerbeste, das Ganze Spektakel ist nur ein paar Flossenschläge vom feinen Sandstrand entfernt!

Hier, wo der rote Sand des Outbacks bis an das türkisfarbene Meer heranreicht, erstreckt sich dieses anscheinend noch recht unbekannte Naturparadies über 250 km entlang der Nordwestküste Australiens. Dabei gehört das Riff seit 2011 zum UNESCO-Weltnaturerbe und beherbergt neben den gut 250 Korallenarten auch so ziemlich alles andere was das Unterwasser-Entdeckerherz höher schlagen lässt.

Coral Bay

Unser erster Stop aus Süden kommend ist zunächst Coral Bay. Das 200-Seelen-Dorf ist neben Exmouth einer der beiden klassischen Ausgangspunkte zur Erkundung des Riffs und besteht im Grunde genommen eigentlich nur aus zwei Campingplätzen und einem 4-Sterne Hotel. Dazu gesellen sich noch eine Tankstelle, zwei kleine Supermärkte und natürlich die diversen Tourenanbieter. Dazu jedoch später mehr.

Trotz Ferienzeit bekommen wir hier auch ohne Vorab-Reservierung noch einen der letzten schönen Stellplätze auf dem Peoples Park Caravan Park für 36€/Nacht. Kein Schnapper, aber dafür mit Strom und Meerblick. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bucht hier aber lieber vorab. Da Coral Bay wirklich nur ein Mini-Örtchen ist, hält sich die Anzahl an Ausweichmöglichkeiten in Grenzen.

Von unserem Stellplatz ist das klare Wasser der Bills Bay nur einen Katzensprung entfernt. Also Brille auf, Flossen an und nix wie ab ins kühle Nass! Nach ein paar Metern ist man dann auch schon umgeben von prächtigen Korallen und unzähligen Fischen. Wer am Südende der Bucht um den langgezogenen Felsvorsprung geht bzw. schnorchelt, gelangt zu den wohl besten Schnorchelspots, die von Bills Bay fußläufig/schwimmend zu erreichen sind – Purdy Point und Paradise Beach!

Schnorcheln am Ningaloo Reef Lakeside Turtle at Cape Range

Schnorcheln am Ningaloo Reef – Turtle at Bills Bay

Grundsätzlich gilt übrigens: Umso weiter man sich hinauswagt, desto klarer wird die Sicht, vielfältiger und schöner die Korallen und auch mehr Fische sind zu sehen. Für uns Landratten ist es allerdings erstmal ein etwas gewöhnungsbedürftiges Gefühl so „weit“ vom Land entfernt zu sein. Für gute Schwimmer ist es aber – vor allem auch wegen der Unterstützung durch die Flossen – eigentlich gar kein Problem. Allerdings solltet ihr euch am besten immer vor dem Schnorcheln über die vorherrschenden Strömungsverhältnisse informieren.

Schnorcheln am Ningaloo Reef Coral Bay

Schnorcheln am Ningaloo Reef Coral Bay

Wer sich längeres Schwimmen nicht zutraut, der kann am Strand auch ganz einfach ein Kajak leihen und trockenen Fußes zu einer der weiter draußen installierten Bojen paddeln und von dort dann mit dem Schnorcheln starten. Als klassische Anlaufstelle wäre hier Ayres Rock zu nennen. Einem riesigen Korallenblock mit 8 Metern Durchmesser, der sich ca. 350m vom Strand entfernt befindet.

Einige Kilometer nördlich der Bills Bay gibt es mit Oyster Bridge, sowie südlich der Bucht mit dem Five Fingers Reef noch zwei weitere sehr interessante Schnorchel-Spots, die einen Besuch wert sind. Hierzu benötigt ihr jedoch ein 4WD-fähiges Fahrzeug. Alternativ lassen sich im Rahmen einer 4WD-Quad Tour die Spots ebenfalls erreichen. Womit wir dann auch bei den diversen Tourenanbietern angekommen wären.

Weiter draußen am Ningaloo Reef warten nämlich noch drei weitere ganz besondere Highlights auf euch, die sich am besten auf einer der angebotenen Bootstouren erleben lassen. Wir waren mit Coral Bay Eco Tours unterwegs und können diesen Anbieter zu 100% empfehlen!

  • Whale Sharks – Coral Bay ist einer der besten Orte der Welt, um mit dem größten Fisch der Welt zu schnorcheln. Zwischen Mitte März und Ende Juli besuchen die bis zu 13 Meter großen, jedoch völlig harmlosen Haie das Riff.
  • Humpback Whales – Auch mit Buckelwalen könnt ihr auf Tuchfühlung gehen. Von August bis Oktober tummeln sich diese vor der Küste Western Australias. Seid euch im Klaren, dass sowohl die Whale Sharks, als auch die Buckelwale in er Regel nicht das flache Innenriff aufsuchen. Vielmehr halten sie sich an der äußeren Riffkante auf. Hier herrschen oft höherer Wellengang und stärkere Strömungen. Dementsprechend gut und vor allem ausdauernd solltet ihr schwimmen können.
  • Manta Rays – Mit den Mantas könnt ihr ganzjährig rechnen, am besten jedoch von Mai bis September. Diese friedlichen Giganten sind nicht weniger spektakulär als ihre beiden großen Brüder, aber im Gegensatz zu diesen eher im Innenriff unterwegs. Auf einer Manta-Tour könnt ihr daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch mit den anderen Riffbewohnern, wie Schildkröte und Riffhai auf Tuchfühlung gehen.

Ein weiteres MUST-DO in Coral Bay ist der Besuch der Shark Nursery. Diese liegt ziemlich genau in der Mitte der Bills Bay. Ein etwa 15 minütiger Strandspaziergang führt euch an die Flachwasserzone, in der sich neben etlichen Rochen im September und Oktober auch bis zu 100 Schwarzspitzen Riffhaie tummeln. Als beste Tageszeit erweist sich der Mittag, wenn die Sonne hoch steht und einen klaren Blick ins Wasser ermöglicht.

Exmouth / Cape Range Nationalpark

Exmouth ist ein kleines Städtchen 150km nördlich von Coral Bay und liegt vor den Toren des Cape Range Nationalparks an der Spitze der Halbinsel Northwest Cape. Auch von hier könnt ihr zu den schon beschriebenen Schnorchelausflügen (Walhai/Buckelwal/Manta) aufbrechen, oder aber im Cape Range Nationalpark auf Entdeckungstour gehen. Zum Parkeingang sind es von hier noch gut 30 Minuten.

Entlang der Parkstraße befinden sich dann einige hervorragende Schnorchelspots, die man unbedingt gesehen haben sollte. Im Grunde könnt ihr hier eine selbst durchgeführte Schnorchel-Safari erleben. Fahrt einfach von Spot zu Spot und lasst euch von der Einzigartigkeit jedes Einzelnen faszinieren. Im Folgenden eine kurze Beschreibung unserer Favoriten:

Lakeside – direkt am Visitor Center gelegen ist Lakeside von Norden kommend der erste empfehlenswerte Stop. Vom Parkplatz aus müsst ihr noch ca. 500m entlang des Strandes in südliche Richtung gehen, bevor ihr die mit Bojen im Wasser markierte Sanctuary Zone erreicht. Neben den unzähligen Fischen besteht hier die Chance auf kleinere Riffhaie, Schildkröten und Rochen.

Schnorcheln am Ningaloo Reef - Turtle at Cape Range Lakeside

Schnorcheln am Ningaloo Reef – Turtle at Cape Range Lakeside

Turquoise Bay – Nächster Stop ist Turquoise Bay. Die Besonderheit hier ist die mehr oder weniger starke vorherrschende Strömung. Am besten man startet am Südende des Strandes und macht sich diese zu nutzen, in dem man sich entspannt in Richtung Norden treiben lässt. Glasklares Wasser, Unmengen bunter Rifffische und prächtige Korallen. In Summe einfach herrlich! Spätestens an der Sandbank MUSS das Wasser dann aber wieder verlassen werden, da man ansonsten Gefahr läuft durch die Strömung aufs offene Meer hinaus gezogen zu werden. Nach dem Schnorcheln lädt der puderzuckerweiße Strand dann zum Verweilen ein.

Oyster Stacks – Ein wieder ganz anderer Schnorchelspot ist Oyster Stacks. Hier reichen die Korallen so nah bis an die Wasseroberfläche heran, dass nur bei Flut geschnorchelt werden darf. Fische und Korallen sind dann aber so nah, dass es sich anfühlt, als würde man durch ein Aquarium schwimmen. Die Zeiten an denen der Wasserstand das Schnorcheln ermöglicht, können am Visitor Center erfragt werden.

Im Cape Range Nationalpark könnt ihr aber auch außerhalb des Wassers einiges entdecken. Es gibt mehrere kleine Wanderungen von denen wir z.B. den Yardie Creek Trail empfehlen können. Wir haben hier Kangaroos und vor allem auch Blackfootet Rockwallibies gesehen. Zumeist sitzen diese kleinen süßen Tierchen mitten in den steilen Felswänden entlang des Flusses. Ein Fernglas kann hier ziemlich hilfreich sein! Auch die Fahrt hinauf zum Charles Knife Canyon Lookout etwas südlich von Exmouth sollte man auf der Liste haben. Die Aussicht von hier oben ist einfach nur atemberaubend!

Im Park lassen sich ansonsten auch Rosakakadus, Emus, Dingos und viele weitere Tiere der australischen Wildnis entdecken. In der Dämmerung hat man dabei die besten Chancen einer Sichtung, sollte aber auch entsprechend vorsichtig unterwegs sein. Roadkills gehören in Australien leider zum Alltag.

Fazit

Um es vorweg zu nehmen. Für uns verdient sich das Ningaloo Reef ganz klar einen oberen Platz in unserer persönlichen Hall of Fame! Dabei solltet ihr definitiv beide Orte besuchen und euch in Summe mindestens 4 Nächte Zeit nehmen. Während es in Coral Bay vornehmlich um Strand und Wasser geht, habt ihr von Exmouth aus auch diverse Möglichkeiten im Cape Range Nationalpark auf Entdeckungstour zu gehen.

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