Highlights der Dolomiten Teil 1: rund um die Drei Zinnen

Im Coronajahr 2020 ein schönes Reiseziel für den Spätsommer zu finden, kann einen durchaus vor größere Herausforderungen stellen. Reisewarnungen hier, Risikogebiete dort. In Summe gar nicht so einfach den Überblick zu behalten. Glücklicherweise stand bei uns schon lange ein Sommertrip in die Dolomiten auf dem Zettel. In Teil 1 unseres Reiseberichtes stellen wir Euch zunächst die Highlights in der Region rund um die Drei Zinnen vor.

Prägnante Gipfel mit zum Teil senkrecht abfallenden Felswänden. Im Kontrast dazu saftig grüne Hochalmen. Das ist es was die Dolomiten so sehenswert und vor allem auch einzigartig macht. Wusstet Ihr, dass Teile der Dolomiten seit 2009 zum UNESCO Weltnaturerbe gehören? Nein?! Wir bis vor Kurzem auch nicht. Wir stellen Euch unsere TOP 3 der Region rund um die Drei Zinnen vor geben darüber hinaus auch weitere hilfreichen Informationen. Viel Spaß beim Lesen…

Umrundung der Drei Zinnen

Die Drei Zinnen sind DAS Wahrzeichen der Dolomiten und deren Umrundung gehört daher wohl auch leider zu einer der meistbesuchten Attraktionen in dieser Region. Trotzdem gehört die 9 Kilometer lange Runde zum absoluten Pflichtprogramm. Sie startet an der Auronzohütte, welche über eine gebührenpflichtige Mautstraße (30€) erreicht werden kann. Der riesige Parkplatz füllt sich am Morgen ziemlich schnell, so dass ein früher Start unbedingt zu empfehlen ist. Die Mautstraße öffnet offiziell um 7 Uhr, aber schon ab 6:30 Uhr kann man sein Glück versuchen. Bei uns war die Schranke da schon besetzt. Langschläfern bleibt die Option, einen Shuttlebus hoch zur Hütte zu nehmen. Der erste Bus erreicht dann um ca. 9 Uhr den Startpunkt.

Die Wanderung selbst ist relativ einfach und verläuft auf breiten, gut ausgebauten Wegen. Für die 9 Kilometer, sowie 467 Höhenmeter benötigt man ca. 3 Stunden an reiner Gehzeit. Landschaftlich gehört die Runde mit zum Besten was wir bisher so erwandert haben! Wer früh unterwegs ist, kommt auch relativ ungestört in den Genuss dieser atemberaubenden Szenerie. Gegen Mittag verwandelt sich die Idylle dann eher in eine Völkerwanderung…

Das perfekte Postkartenmotiv hat man von der Dreizinnenhütte aus. Noch besser geht es nur von den Hängen des Toblinger Knoten direkt hinter der Hütte. Von hier startet auch die kleine aber sehr empfehlenswerte Zusatzrunde um die Bödenseen (zusätzlich 1 km und 70 hm).

Bödensee Drei Zinnen

Bödensee Drei Zinnen

Wanderung zum Sorapissee

Eine weitere spektakuläre Wanderung führt Euch vom Passo Tre Croci zum Sorapissee. Mit fast 13 Kilometern Länge und 640 Höhenmetern ist diese deutlich anspruchsvoller als die familientaugliche Drei Zinnen Umrundung. Es gibt Passagen mit Stahlstufen und Seilversicherungen. Trittsicherheit und ein gewisses Maß an Schwindelfreiheit sollte man daher besitzen. Geübte Wanderer stellt die Tour aber nicht wirklich vor große Herausforderungen.

Sorapissee

Sorapissee

Etwas mehr als 2 Stunden benötigt man bis zum See, der es wegen seiner fast unnatürlich wirkenden türkisen Farbe mittlerweile zum Instagram Hotspot geschafft hat. Das Naturphänomen ist somit schon länger kein Geheimtipp mehr und am See selber sind wirklich viele Menschen unterwegs. Trotzdem gehört die Wanderung zu den Highlights der Drei Zinnen Region und man sollte sich dies nicht entgehen lassen. Nicht nur der See, sondern auch die Bergkulisse drumherum lädt wirklich zum Verweilen ein. Am besten einfach gegen den Uhrzeigersinn um den See weitergehen und nach einer ruhigen Picknickstelle suchen. Baden ist allerdings strickt verboten. Zurück geht es dann über den gleichen Weg, so dass man nach weiteren 2 Stunden wieder am Startpunkt ist.

Ansonsten gilt auch für die Wanderung zum Sorapissee – der frühe Vogel fängt den Wurm! Man entgeht so den Menschenmassen auf den teils schmalen Wegen und bekommt auch noch einen gescheiten Parkplatz entlang der Passstraße. Wer erst später ankommt, muss unter Umständen erst mal ein gutes Stück zum Trailhead laufen und steht im schlechtesten Fall sogar im „Stau“ an den Seilversicherungen. Wir empfehlen daher einen Start vor 8 Uhr!

Sonnenaufgang am Pragser Wildsee

Ein Stück Kanada in Europa. So, oder so ähnlich wird der Pragser Wildsee auf einschlägigen Internetseiten beworben. Und in der Tat hält der wildromantische See vor grandioser Bergkulisse diesem Versprechen durchaus stand. Auf unserer Rundreise durch den Westen Kanadas haben wir viele ähnliche Seen gesehen. Einen großen Unterschied gab es aber trotzdem… In Kanada ist keiner da 😉 Am Pragser Wildsee tummeln sich dagegen die Menschenmassen – immer auf der Suche nach dem perfekten Insta-Shot. Der Bootsverleih öffnet um 9 Uhr. Wer also vor den Menschenmassen flüchten will, muss auch hier früh unterwegs sein. Zum Sonnenaufgang liegt der See perfekt da. Der majestätische Seekofel spiegelt sich im glatten Wasser und die kleinen Holzboote treiben aneinandergekettet umher. Wir hatten leider etwas Pech mit dem Wetter, so dass der Blick auf die Berge durch eine dicke Wolkendecke verhindert wurde. Trotzdem ein Must-Do wenn ihr in der Ecke seid.

Pragser Wildsee

Pragser Wildsee

Was sonst noch so?

Neben den drei absoluten TOP Highlights der Drei Zinnen Region, die wohl bei jedem Besucher auf dem Zettel stehen werden, gibt es auch eine ganze Reihe anderer sehenswerter Optionen:

  • Neben dem Sorapis- und dem Pragser Wildsee gibt es noch einige weitere sehr schöne Bergseen in der Ecke rund um die Drei Zinnen. Am sehenswerten Toblacher See gibt es z.B. einen netten Naturlehrpfad. Misurina-, Antorno- und Dürrensee bieten beeindruckende Bergpanoramen und laden zu einfachen Spaziergängen ein. Nicht nur Fotografen kommen hier auf Ihre Kosten. Irgendwie werden wir grad das Gefühl nicht los, dass eigentlich jedes Highlight was mit Bergseen zu tun hat 😉
  • Als Ausgangspunkt entschieden wir uns für eine Unterkunft am Toblacher See. Auch im Nachhinein der perfekte Ausgangspunkt. Wer es sich mal richtig gut gehen lassen will, der bucht wie wir eines der Skyview Chalets direkt am See. Der Clou – ihr schlaft in einem Glaskubus und habt freie Sicht in den Sternenhimmel. Die Chalets gehören zum ansässigen gepflegten Campingplatz, sind für 2 Personen ausgelegt und verfügen über so ziemlich alles was das Herz begehrt.
  • Eine anstrengende Wanderung führt vom Parkplatz Dürrensteinhütte (offen bis 10 Uhr, danach Shuttlebusverkehr aus dem Tal) in ca. 2-3 Stunden hinauf auf den 2.839m hohen Dürrenstein. 4,5 Kilometer und 870 Höhenmeter gilt es zu überwinden, bevor man mit der wohl besten 360° Aussicht der Dolomiten belohnt wird. Auf dem 2-stündigen Rückweg lohnt es sich in der Almhütte Plätzwiese einzukehren und die Akkus wieder aufzuladen. Preis-Leistung ist hier noch wirklich überragend!!!
  • Unweit von Cortina D’Ampezzo befinden sich die Cinque Torri. Diese sehenswerte Felsformation ist nicht nur bei Kletterern sehr beliebt. Am Fuße der Türme befindet sich ein Freilichtmuseum mit nachgebauten Schützengräben aus dem 1. Weltkrieg. Für uns der ideale Zwischenstopp auf dem Weg nach Wolkenstein.
Toblacher See

Toblacher See

Cinque Torri

Cinque Torri

Fazit

Einmal mehr müssen wir feststellen, dass einige absolute Naturhighlights „direkt“ vor der eigenen Haustür liegen. Die Drei Zinnen gehören nicht umsonst mittlerweile zum UNESCO Weltnaturerbe. Das richtige Wetter vorausgesetzt reichen 4 Tage, um die Highlights der Drei Zinnen Region zu erkunden. Als Unterkunft können wir die Skyview Chalets am Toblacher See empfehlen. In Teil 2 unseres Reiseberichtes geht es dann um den westlichen Teil der Dolomiten. Klickt euch rein…

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