Yellowstone & Teton NP – Teil 2: Routenplanung

Die vielen Highlights des Grand Teton und des Yellowstone Nationalparks in eine sinnvolle Reihenfolge zu bringen, kann bei der Routenplanung zu einer ziemlich großen Herausforderungen werden. Auch wir haben uns anfänglich recht schwer getan. Wie viele Nächte soll man wo verbringen? Wie viel Zeit benötigt man für dies und das? Was muss man sonst noch wichtiges wissen? Mit tollen Eindrücken und jeder Menge Antworten im Gepäck sind wir nun wieder zurück und möchten euch unsere Erkenntnisse nicht vorenthalten.

Vorab – wir waren mit dem Camper unterwegs, haben immer in den Parks übernachtet und unsere Stellplätze alle im Vorfeld reserviert. Warum wir uns so entschieden haben, erfahrt ihr in unserem Artikel „Yellowstone & Grand Teton – Teil 1: Reiseplanung„. Vor allem für den Yellowstone gibt es nämlich ein paar Besonderheiten, die es zu beachten gilt. Wer den Beitrag noch nicht gelesen hat, sollte sich am besten kurz die Zeit dafür nehmen. Allen anderen nun viel Spaß beim Lesen.

1. Tag: Grand Teton NP

Unsere Reise beginnt aus Süden kommend im Grand Teton Nationalpark. Die Highlights des Grand Teton NP’s kann man gut an einem einzigen Tag erkunden. Versucht so früh Morgens wie möglich zu starten, um auch alles in Ruhe zu schaffen. Bei gutem Wetter können wir euch empfehlen zum Start des Tages (Sonnenaufgang) den sehr coolen Fotospot beim Schwabacher Landing anzusteuern.

Schwabacher Landing Grand Teton

Sonnenaufgang bei Schwabacher Landing im Grand Teton Nationalpark

Erst im Anschluss gibt es dann Frühstück im Camper, um gestärkt über den Highway 191 Richtung Norden zu fahren. Auf dem Weg liegen einige schöne Viewpoints. Besonders gut hat uns der Oxbow Bend gefallen. Kurz dahinter biegt man dann nach links auf die eigentliche Parkstraße ab und passiert das Nationalparkgate. Ihr seid jetzt wieder in südlicher Richtung unterwegs. Erstes Highlight entlang der Teton Parkroad ist die 7 Kilometer lange Auffahrt zum Signal Mountain. Von oben habt ihr eine Wahnsinns Aussicht auf die Tetons und deren Umgebung.

Wieder unten fahrt ihr bis zum Jenny Lake Visitor Center. Von hier lohnt es sich eine der vielen Wanderungen zu unternehmen. Dank Shuttle-Boot für 9€ One-Way, bzw. 15€ für einen Roundtrip, gibt es hier diverse Optionen. Am besten ihr fragt am Visitor Center nach dem für euch geeigneten Trail. Uns persönlich hat der Jenny Lake Trail sehr gut gefallen. Den Cascade Canyon Trail fanden wir dagegen nicht besonders spannend. Dafür haben wir dort einen Schwarzbären aus nächster Nähe gesehen. Wer wandern geht, sollte daher auf jeden Fall über ein Bearspray nachdenken. Das gilt natürlich auch für den Yellowstone. Kaufen kann man dies in den Parks für ca. 40$, oder auch leihen für 25$ pro Woche. Abschließend vollendet ihr den Loop bis Moose und fahrt erneut entlang der 191 in Richtung Norden Richtung Yellowstone bis zum Grant Village Campground.

Zusammenfassung Tag 1:

  • Start: Gros Ventre Campground
  • Ziel: Grant Village Campground
  • gefahrene Km: 210
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Schwabacher Landing, Oxbow Bend, Signal Mountain, Jenny Lake Trail
  • Wildlife: 2 Schwarzbären, Elchmutter mit 2 Jungen

2. Tag: Upper Geysir Basin & Grand Prismatic Spring

Der Grant Village Camprgound liegt ganz im Süden des Yellowstone NP und ist für uns daher idealer Ausgangspunkt für Tag 2. Heute geht es im Uhrzeigersinn entlang der Park Loop Road, der Parkstraße, die auf der Landkarte eine große Acht darstellt, bis zum ca. 60 Kilometer entfernten Madison Campground. Auf diesem Streckenabschnitt findet ihr einige der absoluten TOP-Sehenswürdigkeiten des Parks.

Daisy Geysir Upper Geysir Basin Yellowstone

Daisy Geysir Upper Geysir Basin Yellowstone

Erster Halt des Tages sollte das Upper Geysir Basin sein. Am frühen Morgen ist hier noch sehr wenig los und ihr entgeht so dem Ansturm am Mittag. Das Upper Geysir Basin beherbergt rund ein Viertel aller weltweit existierenden Geysire. Auch den wohl bekanntesten Geysir des Parks könnt ihr hier finden. Old Faithful ist zwar nicht der größte und spektakulärste, dafür aber einer der zuverlässigsten. Im Visitor Center könnt ihr euch über die voraussichtlichen Ausbruchszeiten des Old Faithful und auch anderer Geysire informieren, und am besten den Besuch des Areals rund um diese planen. Das Upper Geysir Basin lässt sich über Holzstege erkunden. In Summe benötigt ihr dafür ca. 2-3 Stunden, sofern ihr auch bis zum sehr lohnenswerten Morning Glory Pool am äußersten Punkt lauft.

Morning Glory Pool Upper Geysir Basin im Yellowstone NP

Morning Glory Pool Upper Geysir Basin im Yellowstone NP

Danach geht es dann zum Midway Geysir Basin. Das Highlight hier ist die Grand Prismatic Spring. Zunächst solltet ihr zum Lookout hochwandern. Startpunkt ist der Fairy Falls Trailhead Parkplatz. Hin- und Rückweg dauern in Summe mit ausgiebigen Fotostop am Viewpoint max. 1,5 Stunden. Da es schon nach Mittag ist, steht die Sonne schön hoch und die Farben kommen besonders gut zur Geltung. Außerdem ist die Luft soweit aufgeheizt, dass es nur noch zu geringer Dunstbildung kommt.

Im Anschluss fahrt ihr die paar Meter weiter zum regulären Parkplatz der Grand Prismatic Spring und schaut euch das Ganze aus nächster Nähe an. Farben und Strukturen sind einfach sensationell!!! Der Zeitaufwand hierfür beträgt max. 1 Stunde. Letzter Stop für den Tag sind dann noch die Fountain Paintpots. Den Rundweg schafft man locker in 30 Minuten, zumal diese nicht ganz so spektakulär sind.

Zusammenfassung Tag 2:

  • Start: Grant Village Campground
  • Ziel: Madison Campground
  • gefahrene Km: 64
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Old Faithful Geysir, Morning Glory Pool, Daisy Geysir, Grand Prismatic Spring
  • Wildlife: einzelne Bisons

3. Tag: Norris Geysir Basin & Hayden Valley

An Tag 3 geht es vom Madison zum Canyon Campground. Auf dem Weg liegen zunächst die Gibbon Falls und die Beryl Spring. Beides ganz nette Stops. Highlight der Strecke ist jedoch das Norris Geysir Basin. Dieses beheimatet mit dem Steamboat Geysir u.a. den größten aktiven Geysir der Welt. Aber auch ansonsten macht das Basin einiges her. Ein Rundweg führt euch auf Holzstegen durch die bizarre Landschaft und in Summe sollte man ca. 3 Stunden einplanen.

Norris Geysir Basin

Norris Geysir Basin

Nach Ankunft im Canyon Village besteht die Möglichkeit die Vorräte aufzufüllen, Souvenirs zu shoppen, oder einfach am Campground etwas zu entspannen. Generell empfehlen wir euch im Canyon Village die Zelte für 3 Nächte aufzuschlagen und von hier die Etappen der nächsten Tage anzugehen. An einem der Abende lohnt es sich auf jeden Fall noch ins südlich gelegene Hayden Valley zu fahren! Bisonsichtungen sind hier quasi garantiert und das Licht der untergehenden Sonne taucht das Tal in ein wunderschönes gold-gelb. Insgesamt kann es aufgrund der vielen Tiere im Valley immer mal wieder zu Staus kommen. Daher sollte man zeitig losfahren.

Zusammenfassung Tag 3:

  • Start: Madison Campground
  • Ziel: Canyon Campground
  • gefahrene Km: 78
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Norris Geysir Basin, Steam Boat Geysir, Hayden Valley am Abend
  • Wildlife: Elk-Herde, einzelne Bisons

4. Tag: Grand Canyon of the Yellowstone & Hayden Valley

Wer 3 Nächte im Canyon Village verbringt, kann die kommenden beiden Tage sehr flexibel gestalten. Wir sind früh morgens nochmal ins Hayden Valley gefahren, da laut Ranger ein Bison-Kadaver seit Tagen diverse Raubtiere aus dem Wald locken würde. Und siehe da – wir hatten Glück und konnten 2 Grizzlys aus sicherer Entfernung beim Frühstücken beobachten 🙂

Der Rest des Tages steht dann ganz im Zeichen des Grand Canyon of the Yellowstone! Die vielen sehenswerten Lookouts zu beiden Seiten des Canyons sind zum Teil nur über mehr oder weniger lange und recht steile Wanderungen zu erreichen. Trotz Auto legt man am Ende des Tages etliche (Höhen-)Meter zu Fuß zurück. Hier mal unsere persönlichen Favoriten inkl. Längen- und Höhenangaben (immer x2 für Hin- und Rückweg rechnen):

  • Artist Point – direkt am Parkplatz – quasi keine Höhenmeter
  • Uncle Tom’s Trail – 150 Höhenmeter und 300 Stufen zum Viewpoint
  • Brink of Lower Falls – 180 Höhenmeter und 0,6 km zum Viewpoint
  • Red Rock Point – 150 Höhenmeter und 0,6 km zum Viewpoint

Fahrt bzw. lauft ihr alle Viewpoints in Ruhe ab, benötigt ihr hier ganz schnell 3-4 Stunden. Wem die Viewpoints nicht genug sind, der kann darüber hinaus natürlich auch noch diverse Wanderungen unternehmen.

die letzten Meter zum Red Rock Point

die letzten Meter zum Red Rock Point

Zusammenfassung Tag 4:

  • Start: Canyon Campground
  • Ziel: Canyon Campground
  • gefahrene Km: 45
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Hayden Valley am Morgen, Grand Canyon of the Yellowstone
  • Wildlife: 2 Grizzlys, Bison-Herde

5. Tag: Mt. Washburn & Lamar Valley

Wer unserem Ratschlag folgt und genügend Zeit im Yellowstone einplant, kann heute ganz entspannt die vielleicht beste Wanderung im Park unternehmen. Der Trailhead zum Mt. Washburn liegt am Dunraven Pass nur etwa 10 Fahrminuten nördlich vom Canyon Campground. Da es hier nur einen kleinen Parkplatz gibt, solltet ihr morgens zeitig aufbrechen. Auf dem ca. 5 km langen Aufstieg überwindet ihr rund 400 Höhenmeter und erreicht den 3.100 m hohen Gipfel nach ca. 2 Stunden. Die Aussicht von hier oben soll sensationell sein. Etwas aufpassen muss man aber wohl im Herbst, da dann Grizzlys das Areal aufsuchen. Leider war die Wanderung bei unserem Aufenthalt gesperrt. Vielleicht hattet ihr ja mehr Glück und könnt uns an euren Erfahrungen und Erlebnissen teilhaben lassen. Nutzt dafür einfach die Kommentar-Funktion unter dem Beitrag. Wir haben auf jeden Fall einen Grund mehr wieder zu kommen 😉 .

Bisons im Lamar Valley

Bisons im Lamar Valley

Für den Abend bietet sich dann noch ein Abstecher ins Lamar Valley an. Aufgrund der vielen Tiere, die es hier zu sehen gibt, ist das Tal auch als Serengeti Nordamerikas bekannt. Und tatsächlich fühlen wir uns stark an unseren Tansania Trip erinnert. Die riesigen Bisonherden könnten von weitem nämlich auch Büffel sein ;). Auch landschaftlich ähnelt das Lamar Valley der weiten Steppe Afrikas. Wer richtig Glück hat sieht hier sogar Wölfe. Wir bekamen diese zur Dämmerung immerhin zu hören – ein klassischer Gänsehaut-Moment! Man sollte auf jeden Fall etwas Zeit mitbringen und einfach an einem der vielen schönen Punkte verweilen. Eigentlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis euch die Tiere vor die Linse laufen. Tipp: Fernglas nicht vergessen! Je nach Lust und Laune, Wetterverhältnissen und eigenen Interessen, können die Tage 4 und 5 natürlich auch getauscht werden.

Zusammenfassung Tag 5:

  • Start: Canyon Campground
  • Ziel: Canyon Campground
  • gefahrene Km: ca. 100
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Wanderung auf den Mt. Washburn, Lamar Valley zum Sonnenuntergang
  • Wildlife: unzählige Bison-Herden und heulende Wölfe im Lamar Valley

6. Tag: Mammoth Hot Springs

Am letzten Tag im Nationalpark besuchen wir noch die Mammoth Hot Springs im äußersten Norden des Parks. Hier haben die heißen Quellen Sinterterassen geformt. Landschaftlich sehr reizvoll und wieder total anders. Besonders fotogen sind die Canary Spring und die Minerva Terrace. Ihr benötigt für den kompletten Rundgang inkl. ausgiebiger Fotosession ca. 2-3 Stunden.

Mammoth Hot Springs

Mammoth Hot Springs

Im Anschluss verlassen wir den Yellowstone über Gardiner und setzen unsere Reise in Richtung Seattle fort. Die, die Richtung Osten weiterfahren wollen, tauschen einfach Tag 6 mit 4 oder 5.

Zusammenfassung Tag 6:

  • Start: Canyon Campground
  • Ziel: Mammoth Hot Springs
  • gefahrene Km: 53
  • Unsere Route: zur Karte
  • Highlights: Mammoth Hot Springs
  • Wildlife: Elk-Herde, einzelne Bisons

Fazit

Wir haben nun schon 15 der insgesamt 59 Nationalparks der USA besucht. Darunter auch die ganz großen Namen, wie Grand Canyon, Everglades oder Death Valley. Alle stehen für spektakuläre Naturerlebnisse mit WOW-Faktor. Der Yellowstone dagegen ist auf seine ganz eigene Weise einzigartig und in unseren Augen auch unschlagbar. Durch die unglaubliche Größe des Parks, die abwechslungsreiche Landschaft, die einzigartigen Naturspektakel und die Chance so viele wilde Tiere in freier Wildbahn zu sehen, ist er einer unsere absoluten Topfavoriten. Ihr müsst den Yellowstone einfach besuchen um die Begeisterung in Gänze verstehen zu können 🙂 ! Einen Platz in unserer persönlichen Hall of Fame hat der Yellowstone auf jeden Fall sicher!

1 Antwort

  1. elkhart sagt:

    Thankѕ in favor of sharing such a good opinion, articⅼe is pleasant,
    thats ԝhy i have rеad it completely

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