Mit dem Camper durch die USA

Ihr wollt mit dem Camper durch die USA und das vielleicht sogar zum ersten Mal? Gute Entscheidung! Unterwegs in einem Motorhome (RV) lässt sich das klassisch amerikanische Roadtrip-Feeling von Freiheit, Abenteuer und Weite nämlich am besten erleben. Was aber gibt es zu beachten, und was ist gut zu wissen? Wir bringen Licht ins Dunkel. Viel Spaß beim Lesen…

Voraussetzungen für euren Roadtrip

Die Voraussetzungen für eine Tour mit einem Motorhome durch die USA sind eigentlich ziemlich überschaubar. Vielleicht habt ihr ja schon mal einen Roadtrip mit einem Mietwagen durch Amerika unternommen? In diesem Fall seid ihr eigentlich schon perfekt vorbereitet! Tatsächlich reicht in den USA ein Führerschein der Klasse B um ein riesiges Motorhome fahren zu dürfen. Dazu solltet ihr ein wenig Selbstvertrauen für das Benutzen eines so großen Fahrzeugs mitbringen. Aber keine Angst. Das Gute in den USA ist ja, dass die Infrastruktur auf überdimensionierte Fahrzeuge ausgelegt ist. Das Land eignet sich gerade deshalb auch besonders für Einsteiger. Also eigentlich alles ganz easy! Camper mieten, reinsetzen und los geht’s 😉

mit dem Wohnmobil durch die USA

Einparken mit einem RV – in den USA „Null Problemo“!

die Anmietung

Bei der Anmietung des Wohnmobils gibt es dann schon etwas mehr zu beachten. Aus unserer Sicht macht es daher Sinn über einen deutschen Vermittler zu buchen, der euch mit Rat und Tat zur Seite stehen kann! Hier können wir euch wärmstens CU Camper empfehlen! Dem sehr netten Erstkontakt folgte eine kompetente Beratung und auch die Abwicklung war super professionell! Dazu eine tolle, übersichtliche Homepage mit vielen Informationen, Tipps & Tricks rund um das Thema Camping. In Summe einfach perfekt! Hier mal die in unseren Augen wichtigsten Dinge, auf die ihr bei einer Buchung achten solltet.

  • Wann sollte ich buchen? Am besten so früh wie möglich! Es gibt spezielle Frühbucher-Rabatte. Wer spät dran ist zahlt deutlich mehr, oder hat einfach nicht mehr die große Auswahl.
  • Welchen Anbieter wähle ich? Es stehen unterschiedlichste Vermieter zur Verfügung. Die bekanntesten sind wohl Cruise America (Basic), Apollo (Mittelklasse) und Road Bear (gehoben). Mit allen fahrt ihr gut! Die höherwertigen Camper sind mit Markisen und Slide-Outs in der Regel jedoch besser ausgestattet und die Fahrzeuge sind jünger. Unsere Wahl fiel am Ende auf einen Apollo Camper. In Summe sauber, ordentlich und genau wie beschrieben. Bei der Abwicklung gab es keine Probleme, so dass wir Apollo absolut empfehlen können.
  • Welche Größe brauche ich? Auch wenn ein Wohnmobil auf den ersten Blick riesig erscheint, kann es u.U. eng werden. Wir waren mit einem 22 Fuß-RV unterwegs und fanden es für uns beide eigentlich genau richtig. Kleiner wäre natürlich auch gegangen. Dann wäre es aber schnell unordentlicher und so automatisch auch unkomfortabler geworden. Dazu kommt noch, dass kleiner nicht immer unbedingt auch preiswerter bedeutet. Unterschreitet man eine bestimmte Größe, muss dann auch auf Dusche und WC verzichtet werden. Wohl eher was für die Hardcore-Camper unter euch. Wir würden beim nächsten Mal wieder einen 22-Fuß RV buchen.
  • Was ist die Persönliche Ausstattung? Die persönliche Ausstattung besteht in der Regel aus Camping-, Küchen- und Schlafausstattung. Teile davon müssen u.U. gesondert hinzugebucht werden. Wie immer gilt – je höherwertiger der Anbieter, desto besser und vor allem umfangreicher die Grundausstattung. CU Camper bietet hier eine tolle Übersicht über alle Anbieter.
  • Was verbirgt sich hinter der Bereitstellungsgebühr? Die Bereitstellungsgebühr umfasst die Erstbestückung mit Propangas und Toilettenchemikalien. Sie wird grundsätzlich fällig, ist aber je nach Angebot teilweise im Preis schon inkludiert.
  • Lohnt eine Generator-Flat? Da in den USA wildes Campieren verboten ist, müsst ihr am Ende des Tages grundsätzlich einen Campingplatz anfahren. Habt ihr dort keinen Stromanschluss, könntet ihr mittels Generator überbrücken. Das Problem dabei ist, dass auf den meisten Campgrounds das Benutzen eines Generators in der Nacht verboten ist. Er ist schlichtweg zu laut. Dann bleibt nur die Variante „Batterie“, die zum Glück entsprechend ausgelegt ist. Ein bis zwei Nächte ohne Strom sind eigentlich gar kein Problem. Und wenn man tagsüber dann noch ein paar Kilometer fährt, sind die Batterien auch schnell wieder voll. Ab ca. 30 Stunden Generator-Nutzung lohnt die Flat, die man in unseren Augen aber aufgrund der geschilderten Thematik in den USA nur schwer erreichen wird. Teilweise gibt es Angebote, in denen die Flat enthalten ist. Dann erübrigen sich die Gedankenspiele von alleine. Ach und keine Angst – die Heizung funktioniert übrigens über Gas 🙂
  • Versicherungspakete? Deutsche Vermittler bieten gegenüber den Anbietern vor Ort meistens zusätzlichen Versicherungsschutz. Die Mietpreise auf CU Camper enthalten z.B. eine Null-Selbstbehalt-Kasko-Versicherung und die Erhöhung der Haftpflichtversicherungssumme auf 2 Mio.€. In unseren Augen beides sehr sinnvolle Ergänzungen und weiterer Pluspunkt für eine Buchung mit CU Camper.
  • One-Way Miete? Wer keinen Roundtrip unternehmen will, sondern den Camper an einem anderen Ort abgeben möchte, als er ihn entgegengenommen hat, der muss mit einem happigen One-Way-Aufschlag rechnen. Dieser sehr teure Spaß kostet schnell mehrere hundert Dollar extra! Plausible Gründe dafür konnten wir nicht herausfinden, zumal sich das Ganze bei einem Mietwagen ja deutlich günstiger gestaltet. Man kann es also entweder einfach hinnehmen, oder halt doch besser einen Roundtrip planen.

Vor Ort gibt es dann nach Klärung der letzten Formalien eine sehr ausführliche Einweisung in die Benutzung des Fahrzeugs. Außerdem werden alle bestehenden Mängel protokolliert bevor es dann endlich auf die Straße geht…

Unterwegs im fahrenden Hotel

Der 1. Stop lässt nicht lange auf sich warten. Für die nächsten Tage müsst ihr euer fahrendes Hotel nämlich noch mit Lebensmittel und anderem wichtigem Zeug vollstopfen. Und wo geht das besser als im nächstbesten Walmart. Hier findet ihr einfach alles was das Herz begehrt. Macht euch am besten bereits vor Reiseantritt ein paar Gedanken dazu, was ihr einkaufen müsst und möchtet. Einige Dinge sind nämlich unter Umständen fernab der Großstädte nicht mehr so einfach aufzutreiben. Ein super Anhaltspunkt ist hier die Einkaufsliste von CU Camper. Wir haben diese noch um Nudelsauce, Yoghurt, Frischkäse, Kaffeefilter, Trockentücher und Kerzen ergänzt. In der Regel findet ihr in direkter Nähe meistens auch einen Handyshop, um eine Prepaid-Karte für euer Handy zu kaufen. Worauf ihr hier achten solltet, haben wir euch in einem eigenen Artikel zusammengestellt. Diesen findet ihr hier.

Zurück auf der Straße habt ihr dann endlich Zeit euch mit eurem Fahrzeug vertraut zu machen. So ein Wohnmobil hat nämlich einen deutlich längeren Bremsweg, sowie einen größeren Wendekreis als ein PKW. Außerdem schwenkt das überstehende Heck beim Kurvenfahren und Einparken etwas aus. Den Dreh hat man aber schnell raus – keine Panik!

Was dagegen wirklich crazy ist, ist der unfassbar hohe Spritverbrauch. Je nach verbautem Motor, gönnt sich so ein RV zwischen 22 und 30 Liter Benzin auf 100 km. Trotz der günstigen Spritpreise in den USA, kommen so schnell einige Hundert Dollar zusammen. Dessen sollte man sich einfach bewusst sein. Wer gerne den Tempomaten benutzt, verzichtet auf bergigen Straßen zu Gunsten des Verbrauchs besser darauf. Rechtzeitig tanken, vor allem in weniger dicht besiedelten Gebieten, sollte sich ebenfalls von selbst verstehen.

In den Nationalparks, aber auch so ist das Parken an Sehenswürdigkeiten in der Regel unproblematisch, allerdings auch limitiert. Es gilt daher die Prime-Time am Mittag zu vermeiden. Zudem sind nicht alle Straßen für Wohnmobile freigegeben und teilweise nur für Autos zugänglich. Fährüberfahrten sind dagegen kein Problem, kosten aber immer etwas mehr als mit einem Mietwagen. Und da auch hier immer nur ein begrenzter Platz für Wohnmobile zur Verfügung steht, gilt es rechtzeitig im Vorfeld zu buchen.

auf dem Campingplatz

Das Fahrzeug habt ihr im Griff und ein ereignisreicher Tag liegt hinter euch?! Dann geht es jetzt ab auf den Campingplatz.

Sofern ihr in innerhalb eines Nationalparks übernachten wollt, solltet ihr den Stellplatz schon weit im Voraus reserviert haben. Tatsächlich geht so zwar die Flexibilität, für die eine Reise mit einem Wohnmobil ja eigentlich steht, etwas abhanden, aber an den touristischen Hotspots der USA, wie z.B. dem Yellowstone NP, stehen nur begrenzt Stellplätze zur Verfügung. Wer ohne Reservierung hier hinein fährt, riskiert am Ende des Tages leer auszugehen. Und da wildes Campen verboten ist, verbleibt dann nur die Möglichkeit außerhalb sein Glück zu versuchen.

Wer auf echtes Wildnis-Feeling steht, sollte aber unbedingt innerhalb der Nationalparks übernachten. Alle Stellplätze besitzen einen eigenen Fireplace, an dem ihr ein Lagerfeuer machen oder grillen könnt. Dazu sind die Nachbarn ausreichend weit entfernt. In Summe einfach das einzig wahre Camping-Erlebnis! Die Stellplätze in den Parks bieten maximal einen Stromanschluss, oft sogar nur den reinen Stellplatz (no service). Saubere Toilettenhäuschen, sowie vernünftige Duschanlagen sind dagegen obligatorisch.

tyischer Stellplatz im Yellowstone

tyischer Stellplatz im Yellowstone NP mitten im Wald

Außerhalb sieht das teilweise etwas komfortabler aus. KOA Campgrounds bieten z.B. zusätzlich WLAN, Wasser- und Stromanschluss, sowie einen Pool zum Plantschen. Darunter leidet natürlich dann das Wildnis-Feeling, zumal die einzelnen Stellplätze auch recht nah nebeneinander platziert sind.

KOA Campground vor den Toren des Yellowston NP

KOA Campground vor den Toren des Yellowston NP

Ob inner- oder außerhalb der Parks, eigentlich alle Campgrounds besitzen eine Dumping Station, um Abwässer loszuwerden, sowie eine Frischwasser-Station, um den Tank wieder aufzufüllen. Die Generatornutzung ist aber quasi überall ab 22 Uhr verboten.

die Vor- und Nachteile

Wer sich für ein klassisches Motorhome (RV) entscheidet, wird ziemlich schnell feststellen, welche Vorteile so ein Hotel auf Rädern mit sich bringt. Vor allem logistisch ist das Ganze nämlich wirklich cool. Man braucht nicht ständig seine ganzen Klamotten zusammenpacken, wenn man den Standort wechselt, hat alles stets dabei um auch mal ein kleines Picknick an einer schönen Ecke einzulegen und in Summe ist so ein Camper auch einfach viiieeel gemütlicher als ein Hotelzimmer. Nach ein paar Tagen fühlt man sich tatsächlich heimisch. Dazu gibt es jeden Tag mitten in der Natur leckeres Frühstück und ein Lagerfeuer am Abend macht auch einiges her. Flexibilität und Unabhängigkeit sind zwei weitere Pluspunkte, die man mit einem Wohnmobil erfahren wird.

Natürlich genießt man in einem Hotelzimmer etwas mehr Komfort. Es gibt sicher schöneres im Urlaub als zu spülen, oder zu dumpen, aber so dramatisch ist das Ganze eigentlich gar nicht. Ganz ehrlich – auch wir waren uns im Vorfeld nicht 100%ig sicher, ob so ein Camper was für uns ist. Im Nachhinein sind wir aber einfach nur völlig begeistert und planen schon den nächsten Campertrip!

Kommen wir zu den Nachteilen. Wer meint mit einem Camper günstig unterwegs zu sein, den müssen wir leider enttäuschen. Von Low-Budget ist man meilenweit entfernt! Zu den happigen Mietpreisen gesellen sich noch Stellplatzgebühren und vor allem die horrenden Spritkosten. Wer dann noch eine Einwegmiete zahlen muss, wird in Summe sogar schnell deutlich teurer unterwegs sein als in der Kombination Mietwagen/Hotel.

Ansonsten ist es evtl. gut zu wissen, dass in den Nationalparks nicht unbedingt alle Straßen für Wohnmobile zugänglich sind. Die Hauptattraktionen sind davon in der Regel jedoch ausgenommen. Hier am besten im Vorfeld informieren.

Zu guter Letzt sollte jedem klar sein, dass in den Mega-Citys ein so großes Fahrzeug natürlich total sinnlos ist. Das war es aus unserer Sicht aber auch schon mit den Nachteilen, so dass in unseren Augen die Vorteile ganz klar überwiegen 🙂 Also – auf zu eurem ersten Roadtrip mit einem Camper durch die USA!

1 Antwort

  1. April 14, 2019

    […] werdet ihr feststellen, dass für das Anmieten eines Autos, oder Campers ebenfalls eine Kreditkarte erforderlich ist. Und auch beim Einchecken in Hotels, oder bei einer […]

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