Kurzurlaub an der Mosel

Die Landschaften rechts und links der Mosel gehören zweifelsohne zu den schönsten und beliebtesten Reisezielen in ganz Deutschland. Die Region zwischen Trier und Koblenz hat nämlich einiges zu bieten. Eigentlich sogar so viel, dass sich dort locker ganze Wochenenden mit diversen Aktivitäten füllen lassen. Und da wir aus dem Ruhrgebiet gerade mal 2 Autostunden zur Mosel benötigen, wird es schlussendlich einfach mal Zeit für einen Kurztrip. Von Freitag-Früh bis Sonntag-Nachmittag verbringen wir so einen sehr abwechslungsreichen Kurzurlaub, der im Nachhinein ganz laut nach einer Wiederholung schreit. Anbei unser Programm für euch zum Nachreisen.

Burg Eltz

Am frühen Freitag packen wir also unser Auto und fahren Richtung Süden. Erstes Ziel ist Burg Eltz in der Südeifel. Nach knappen 2 Stunden Fahrt, und somit noch vor der „Prime-Time“ sind wir schon da und biegen auf den Parkplatz ab. Die Parkgebühr in Höhe von 2€ geht voll in Ordnung. Danach muss man sich entscheiden, ob man eine kleine Wanderung zur Burg unternehmen, oder mit einem Shuttle-Bus ganz bequem hingefahren werden möchte. Nach der Autofahrt tut etwas Bewegung natürlich gut und daher entscheiden wir uns für die kleine Wanderung. Diese führt durch den Wald, verläuft leicht bergab und dauert auch nur ca. 20 Minuten. In Summe nicht wirklich spektakulär. Die Burg dagegen ist es allemal. Sie gehört zu den bekanntesten Burgen Deutschlands und hat mittlerweile rund 850 Jahre auf dem Buckel. Sie überstand alle Kriege, wurde nie erobert und ist bis heute in Besitz der Familie Eltz.

Wer die Burg auch von innen besichtigen möchte zahlt 10€ Eintritt pro Erwachsenen. Schüler und Studenten zahlen 6,50€. Die Öffnungszeiten sind täglich in den Sommermonaten von 9:30 bis 18:00. Für den Preis bekommt man dann eine ca. einstündige geführte Tour durch die Räumlichkeiten und somit einen herrlichen Einblick in die Zeit des Mittelalters. Außerdem ist im Ticketpreis auch der Eintritt in die Schatzkammer inklusive. Es empfiehlt sich einen Besuch für den Vormittag, oder den späteren Nachmittag einzuplanen, da es wie schon gesagt um die Mittagszeit ziemlich voll werden kann.

Für den Rückweg zum Parkplatz dann unbedingt dran denken nicht wieder durch den Wald zurück zu gehen, sondern lieber dem Shuttlebus über die asphaltierte Straße zu folgen. Der Weg führt zwar teilweise recht steil nach oben, dafür hat man aber immer wieder tolle Aussichten hinunter zur Burg. Nach ca. 20 Minuten ist man auch schon wieder am Auto. Je nachdem wie die Fotosession ausfällt, sollte man in Summe also ca. 3 Stunden von Parkplatz zu Parkplatz einplanen. Weitere Informationen zur Burg findet ihr unter www.burg-eltz.de/de

Moselschleife bei Bremm

Im Anschluss an die Burgbesichtigung geht es für uns erst einmal kurz zu unserer Unterkunft nach Lieg. Von Burg Eltz aus beträgt die Fahrzeit gut 30 Minuten. Den Ort wählen wir, da von hier eigentlich alle Sehenswürdigkeiten auf unserem Zettel gut und schnell zu erreichen sind. Wir checken nur kurz ein und packen unsere Wanderklamotten zusammen. Wir wollen heute nämlich noch nach Bremm. Bremm ist Heimat der wohl bekanntesten und vielleicht sogar schönsten Moselschleife. Darüber hinaus besitzt der Bremmer Calmont mit 378 Metern Höhe und ca. 65 Grad Steigung die steilste Weinbergslage Europas. Es gibt einen tollen Klettersteig durch die Weinberge hinauf zum Gipfelkreuz, oder man benutzt einen der normalen Wanderwege. Wir parken unser Auto in der zweiten Haarnadelkurve der L106 in Richtung Beuren (Koordinaten what3words: ///sämtlicher.geburtstag.vordergrund) und folgen einem der entspannten Pfade. Die Aussichten auf das „Hufeisen“ sind wirklich beeindruckend. Man sollte für den Hin- und Rückweg insgesamt rund 2-3 Stunden kalkulieren. In Summe ein sehr zu empfehlender Ausflug! Beim nächsten mal würden wir hier definitiv noch den Klettersteig ausprobieren.

Moselschleife Bremm

Moselschleife Bremm

Geierlay Hängeseilbrücke

Getreu dem Motto „der frühe Vogel fängt den Wurm“ machen wir uns an Tag 2 zeitig auf, um ein weiteres Highlight der Region zu besichtigen. In Mörsdorf – gerade mal 10 Fahrminuten von Lieg entfernt – können Wagemutige sich nämlich dem ultimativen Höhentauglichkeitstest unterziehen. Die Geierlay Hängeseilbrücke war mit ihren 360 Metern Länge und einer Höhe von knapp 100 Metern über dem Boden bis 2017 immerhin die längste Hängeseilbrücke Deutschlands. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall auch wenn ihr Höhenangst habt und die Brücke nicht überqueren könnt/wollt. Fotogen ist sie nämlich allemal.

Das Abenteuer startet auf einem der drei Parkplätze am Besucherzentrum in Mörsdorf. Die Parkgebühren betragen für die ersten 2 Stunden 4€, jede weitere Stunde kostet 1,50€. Wer meint die Kosten umgehen zu können und irgendwo entlang der Straße parken will, sollte besser einen Anwohner-Parkausweis besitzen. Andernfalls riskiert man abgeschleppt zu werden. Vom Parkplatz gibt es dann zwei Möglichkeiten zur Brücke zu gelangen. Entweder ihr folgt den Schildern „Geierlayschleife“ und absolviert so einen rund 5,5 km langen Rundweg, der in Form einer Acht über die Brücke und auch darunter her führt. Möglichkeit 2 führt über einen Wiesenweg und durch ein kleines Waldstück zum Brückenkopf. Hin und zurück sind es in Summe dann „nur“ 3,6 km. Wir würden diesen Weg beim nächsten Mal bevorzugen, da die Geierlayschleife überwiegend durch den Wald führt und so nicht wirklich spektakulär ist.

Für alle Schwindelfreien geht es dann ab auf die Brücke. Mit jedem Meter wird die filigrane Konstruktion immer wackeliger. An der höchsten Stelle befindet man sich dann 100 Meter über dem Boden, nur geschützt durch ein brusthohes, durchsichtiges Geländer. Ein irres Gefühl!!! Je nach dem wie windig es ist und wie viele Besucher sich aktuell auf der Brücke befinden, wird dieses Gefühl noch intensiviert. Es bietet sich daher an, besonders früh an der Brücke zu sein, um zumindest den Menschenmassen zu entgehen. Für Menschen mit Höhenangst ist ein Betreten übrigens definitiv nicht zu empfehlen. Wer die Geierlayschleife aber trotzdem absolvieren möchte, der nutzt einfach die Umgehungen. In Summe sollte man für die 1,8 km lange Wanderung zur Brücke und zurück, sowie die Überquerung dieser mit ausreichenden Fotopausen etwa 2 Stunden einplanen. Weitere Informationen zur Geierlay Hängeseilbrücke findet ihr unter www.geierlay.de

Planwagenfahrt mit Weinverköstigung

Nach dem Abenteuer Geierlay haben wir uns definitiv eine Stärkung verdient und wollen daher einen der vielen kleinen schnuckeligen Orte entlang der Mosel besuchen. Wir fahren also nach Treis-Karden und können dort im Nachhinein das Weingut Otto Knaup nur wärmstens empfehlen. Die Speisen sind super lecker und preislich wirklich in Ordnung. Auch der Wein ist Top, so dass wir erst einmal 6 Flaschen für zuhause mitnehmen. Für Genießer bietet das Weingut auch tägliche Planwagenfahrten in die umliegenden Weinberge an. Im Preis ist sowohl eine Weinverköstigung, als auch das Mittagessen inkludiert. Die Tour dauert ca. 3 Stunden und startet in der Regel um 14Uhr. Dabei erhält man viele interessante Informationen rund um das Weingut, aber auch über die Weinregion Mosel an sich. Wusstet Ihr, dass die Region entlang der Mosel die weltweit größte Rießlinganbaufläche besitzt?

Für den Abend fahren wir noch in das nur 15 Minuten entfernte Mini-Städtchen Cochem und schlendern dort ein bisschen durch die Altstadt. Bei einem leckeren Eis lassen wir uns einfach etwas treiben und beenden den Tag am Moselufer. Der Blick auf Fluss, Burg und bunte Häuserfront ist sehr sehenswert. Wir schießen ein paar schöne Bilder und fahren zurück nach Lieg.

Boppard

Am Sonntag geht unser Kurzurlaub auch schon wieder zu Ende. Bevor wir uns aber auf den Heimweg machen, wollen wir noch zur größten Rheinschleife bei Boppard. Den besten Blick hat man zweifelsohne vom 272 Meter hohen Gedeonseck aus. Um den Aussichtspunkt, sowie das dazugehörige Restaurant zu erreichen, kann man sich entweder auf einen der Wanderwege begeben, oder man nutzt ganz bequem den installierten Sessellift. Ein Ticket für zwei Fahrten (hoch und runter) kostet 8,50€. Ein One-Way-Ticket, also entweder hoch oder runter, kostet 5,50€. Das Parken an der Sesselbahn ist für Nutzer dann übrigens gratis! 20 Minuten dauert die Fahrt, auf der man immer wieder tolle Aussichten auf Stadt und Rhein hat. Oben angekommen folgt man dann dem kurzen Weg zum Gedeonseck. Das Panorama von hier oben ist wirklich beeindruckend. Die Moselschleife bei Bremm gefällt uns aber vor allem landschaftlich trotzdem um einiges besser. 

Wer noch etwas weiter laufen möchte, kann auch noch die paar Meter zum Vier-Seen-Blick weitergehen. Die Rheinschleife wird hier durch das Terrain so verdeckt, dass dem Betrachter nur noch vier kleine Abschnitte ersichtlich sind – die sogenannten vier Seen. Auch hier gibt es ein kleines Restaurant in dem jedoch nur Bar bezahlt werden kann. In Summe ein schöner Abschluss eines tollen Wochenendes!

Gedeonseck Rheinschleife Boppard

Gedeonseck Rheinschleife Boppard

Und sonst so?

Die Weinregion an der Mosel hat noch einiges mehr zu bieten. Beim nächsten Mal würden wir definitiv einen der beiden bekannten Klettersteige in Bremm oder Boppard ausprobieren. Die Kletterausrüstung kann vor Ort gegen eine Gebühr geliehen werden. Ein weiteres Highlight soll die Wanderung durch die Ehrbachklamm sein. Die knapp 9 Kilometer lange Wanderung ist mit ca. 4 Stunden angegeben und befindet sich auf halber Strecke zwischen Lieg und Boppard. Darüber hinaus lohnen Besuche der vielen kleinen Orte entlang der Mosel. Von Freunden haben wir Traben-Trarbach und Bernkastel-Kues empfohlen bekommen. Diese liegen etwas weiter südwestlich. Wer mehr Zeit vor Ort hat, unternimmt eine Moselrundfahrt mit dem Schiff, oder nimmt an einem der zahlreichen Weinfeste teil. Diese finden im Sommer quasi täglich statt. Eine schöne Übersicht findet man unter www.mosel-weinfeste.de

Wie ihr seht, gibt es wirklich viel Abwechslung bei einem Kurzurlaub an der Mosel. Wir sind gespannt wie eure Planung schlussendlich aussehen wird und würden uns über Kommentare, sowie weitere Tipps freuen!

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