Panoramaroute & Krüger NP

Unsere erste Reise auf den Kontinent, der als „die Wiege der Menschheit“ gilt, führt uns nach Südafrika. Das Land am Kap gilt als Einstiegsdroge und das definitiv zu Recht. Der weltbekannte Krüger Nationalpark darf da natürlich nicht fehlen. So fliegen wir von Amsterdam Non-Stop mit KLM nach Johannesburg, um von dort unseren Roadtrip durch die Regenbogennation zu starten. Über die Panoramaroute geht es von Johannesburg zum Krüger Nationalpark.

Anreise

Da dies unsere erste Reise nach Afrika ist und wir viele schreckliche Geschichten über Raubüberfälle in Johannesburg gehört haben, starten wir lieber keine Experimente und nehmen aufgrund unserer späten Ankunft in Johannesburg zur Sicherheit eine Lodge in der Nähe des Flughafens mit Shuttle-Service. So vermeiden wir die Gefahr uns zu verfahren und direkt mal in die falschen Stadtteile abzubiegen.

Am nächsten Morgen werden wir also vom Shuttle wieder am Flughafen abgesetzt und nehmen unseren Mietwagen in Empfang. Es kann losgehen…

Panoramaroute

Heute geht es über die Panoramaroute durch die Drakensberge zum Blyde River Canyon. Zuerst einmal über den Highway raus dem Ballungsgebiet Johannesburgs. Wir sitzen zu viert im Auto und sind erstmal enttäuscht. So haben wir uns Afrika so gar nicht vorgestellt, Landwirtschaft und Industriebetriebe so weit das Auge reicht. Dann biegen wir vom Highway ab und es geht über die „Landstraße“ weiter. Die Straßen der Panoramaroute sind in einem wirklich schlechten Zustand mit ziemlich unvorhersehbaren Schlaglöchern, Potholes. Die Fahrt ist entsprechend unentspannt, da wir immer wieder plötzlich ausweichen oder stark abbremsen müssen.

Erstes „Highlight“ ist Pilgrims Rest. Wir halten an und finden einen kleinen für Touristen hergerichteten Ort mit Souvenirshops. Wir laufen die Straße einmal hoch und wieder runter und, naja, da haben wir mehr erwartet. Nächster Halt ist Gods Window. Wir parken und machen den kurzen Hike zu einem Aussichtspunkt. Endlich ein Wow-Moment. Der Ausblick kann sich sehen lassen und wir sind alle wieder etwas fröhlicher gestimmt ;). Auf unserem Weg zur Lodge halten wir noch an den Berlin Falls, machen den kurzen Trail bei Bourke`s Luck Potholes und werfen einen Blick auf die „Three Rondavals“. Insgesamt lohnt sich die Panorama Route wirklich voll und ganz, doch mittlerweile geht die Sonne bereits unter, der Tank ist fast leer, wir sind mitten im Nirgendwo und haben noch einige km zu fahren. Die goldenen Regeln in jedem Südafrika-Reiseführer lauten, fahre nicht im Dunkeln, tanke immer rechtzeitig und plane genug Zeit für die Strecken ein, da es aufgrund der teilweise schlechten Straßenzustände länger dauern kann. Naja, hat heute schon mal alles irgendwie nicht geklappt… Die erste Tankstelle nach langer Zeit hat keinen Benzin, wir fahren mittlerweile auf Reserve und es ist dunkel. Irgendwann dann ein riesen Geisterhotelkomplex entlang der Landstraße und tatsächlich eine Tankstelle. Hier bekommen wir sogar Benzin und können weiterfahren. Die Adresse der Blyde River Lodge kennt das Navi nicht, so dass wir die letzten Kilometer dann nur nach Schildern und der ausgedruckten Anfahrtsbeschreibung durch die stockdunkle Nacht fahren. Doch letztendlich geht alles gut und wir kommen wohlbehalten in dieser wunderschönen typisch afrikanischen Lodge an und können direkt ein perfektes Dinner bei leckerem Rotwein mit echtem Afrikasound genießen. Soooo haben wir uns Afrika vorgestellt! Voller großer Erwartungen auf den morgigen Tag fallen wir ins Bett.

Krüger NP

Wir stehen wieder zeitig auf und brechen auf zum Orpen Gate des Krüger Nationalparks. Für den Krüger Nationalpark gibt es drei verschiedene Optionen einer Übernachtung. Entweder man übernachtet vor den Toren des Parks. Diese sind immer von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet. Oder man übernachtet im Park und ist dadurch einfach mehr mittendrin und vor allem auch Nachts im Park. Im Park selbst kann man entweder in einem der großen staatlichen Camps oder in einer der privaten Luxuslodgen übernachten. Die staatlichen Camps bieten Übernachtungsmöglichkeiten für jedes Budget an. Allerdings sind die Camps sehr groß mit mehreren 100 Besuchern pro Camp. Dadurch ist es dort schwer den Menschenmassen zu entgehen und das richtige Afrikafeeling in der Wildnis zu finden. Auch die von dort angebotenen Touren finden in großen Jeep-Konvois statt. Daher gönnen wir uns im Krüger Nationalpark die Imbali Safari Lodge, eine der privaten sehr kleinen Luxuslodgen.

Die Imbali Lodge liegt fernab der Touristenströme. Die Anreise vom Orpen Gate dauert mit dem Auto noch 1,5 – 2 Stunden. Somit hat man bei seinen Game-Drives (so nennt man die Safaris hier) quasi einen stattlichen Vorsprung vor den anderen Parkbesuchern und erreicht auch Ecken im Park, die sonst kein anderer erreichen kann. Auf den Schotterstraßen im Krüger Nationalpark darf man nur sehr langsam fahren, max. 40km/h auf den asphaltierten Straßen und max. 25km/h auf den Schotterstraßen. Daran solltet ihr euch auch halten, da hier tatsächlich Ranger stehen und blitzen. Auf der Fahrt zur Lodge sehen wir im Krüger NP bereits eine Elefantenherde, Giraffen, Zebras und Gnus. Unbeschreiblich, wir sind in Afrika!

Und dann kommen wir pünktlich zum Lunch an der Lodge an… Jedes der 12 Zimmer ist ein freistehender Bungalow mit Terrasse und kleinem privaten Pool. Wir haben einen traumhaft schönen Bungalow direkt am trockenen Flussbett. Wir haben zwei Nächte an diesem wundervollen Ort. Morgens und Abends finden jeweils „Game Drives“ im offenen Jeep statt. Wir bekommen für unseren Aufenthalt Oscar als Guide zugeteilt und erleben vier unfassbare Game Drives voller Abenteuer.

Unser erster Game Drive geht schon gut los. Oscar hat über Funk gehört, dass Löwen gesichtet wurden. Als wir dort ankommen, sind die Löwen bereits fernab der Straße in den Busch gelaufen. Doch das stört Oscar nicht. Wir sind zwar im Hellen losgefahren, doch mittlerweile ist es dunkel und wir Oscar fährt einfach von der Straße ab mitten in die Savanne. Plötzlich sehen wir im Scheinwerferlicht Augen aufblitzen. Wir haben die Löwen gefunden, ein junges Männchen mit zwei Weibchen auf der Jagd und wir mitten drin. Unsere Herzen schlagen schneller und wir sind im Afrika-Fieber. Zurück in der Lodge gibt es auf der großen Terrasse Dinner und dann gehen wir auch schon schlafen, da uns bereits um 5 Uhr der Wake-Up-Call zum Sundrise-Game-Drive erwartet.

Nach einem leichten Frühstück geht es also in aller Frühe am nächsten Tag wieder los, wie Oscar sagt: „Our Mission is to find some cats.“ Ok, hört sich gut an :). Und wir werden nicht enttäuscht. Wir sehen sogar die Big-Five in einem Game Drive. Also Elefanten, Büffel, Nashörner, Löwen und sogar einen Leoparden der direkt auf unser Auto zu läuft, im Abstand von 2 Meter das Auto umrundet und entspannt die Straße überquert. Wir sind überwältigt, ein absoluter Gänsehaut-Moment.

Mittlerweile sind wir weit über drei Stunden unterwegs und die Lodge funkt Oscar bereits an, wo er denn bleibt, da das Frühstück schon längst auf uns wartet. Oscar ist mit Leib und Seele dabei und so sind wir noch ganz schön weit von der Lodge weg. Als letztes Safariauto kommen auch wir dann irgendwann völlig geflasht wieder in der Lodge an. Mit voll gefuttertem Bauch liegen wir später entspannt auf unserer privaten Terrasse, bereit für ein kleines Schläfchen, als auf einmal eine Elefantenherde auf der anderen Flussbettseite vorbei wandert. An schlafen ist natürlich nicht mehr zu denken…

Abends geht es dann wieder zum Sundown-Game-Drive. Kurz vor Sonnenuntergang halten wir an einem Picknickplatz, Oscar serviert uns Rotwein und ein bisschen Trockenobst. Leicht beschwipst geht es dann weiter mit dem Suchscheinwerfer auf unsere „Mission to find some cats“. Und wir sehen wieder einen jagenden Leoparden, einen Serval und vieles mehr. Elefanten, Giraffen, Büffel und Zebras erwähnt man schon gar nicht mehr, so viele sehen wir davon.

Am Abreisetag haben wir noch einen letzten Sunrise-Game-Drive bevor es für uns weitergeht. Oscar holt nochmal alles raus und wir sehen wieder die Big-Five! Wir hatten einfach unfassbares Tierglück! Zurück in der Lodge frühstücken wir etwas hastig, da wir heute noch den weiten Weg durch den Krüger NP bis nach Swaziland vor uns haben. Wir wollen ja nicht wieder im Dunkeln dort ankommen ;)…

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