Handynutzung in den USA – Roaming vs. Prepaid

Mal eben nach einem Hotel suchen, das Wetter für den nächsten Tag checken, ein Restaurant reservieren oder einfach nach Hause telefonieren. Die Nutzung des Smartphones ist auch im Urlaub mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Seit dem 15. Juni 2017 werden zumindest innerhalb der EU keine zusätzlichen Roaming-Gebühren mehr erhoben. Das bedeutet, dass man sein Handy auch in Frankreich, Italien und Co. ohne Zusatzkosten benutzen kann. Aber wie sieht es außerhalb der EU aus, zum Beispiel in Nordamerika? Für unseren Roadtrip durch den Teton und Yellowstone NP haben wir uns mit genau dieser Frage mal im Detail auseinander gesetzt.

Wer das Smartphone mit seinem deutschen Tarif in den USA benutzt, für den kann es ganz schnell sehr teuer werden. Unser Provider verlangt für eine Minute Telefonie, egal ob nach Hause oder innerhalb der USA, knapp 2€. Bei der Datennutzung sieht es noch viel schlimmer aus! Nach einem tollen Urlaub droht so zuhause unter Umständen eine böse Überraschung. Zum Glück gibt es in den USA aber an jeder zweiten Ecke die Möglichkeit gratis im Internet zu surfen. Ob beim Starbucks, im Hotel oder in der Shopping Mall – irgendwo gibt es immer ein freies WLAN in das man sich einloggen kann.

Was aber, wenn man grad im Nirvana unterwegs ist, oder auf einem Campingplatz übernachtet? Hier wird man unter Umständen auf die schnelle keinen „Hotspot“ auftreiben können. Mit folgenden Tipps haltet ihr die Kosten trotzdem im Rahmen.

Am einfachsten – Kosten vermeiden

Am einfachsten ist es natürlich für die Zeit fernab des WLAN’s erst gar keine unnötige Kosten enstehen zu lassen. Einfach mal nicht erreichbar zu sein ist heutzutage zwar eher außergewöhnlich, dennoch können wir es euch nur empfehlen! Erprobt haben wir das Ganze auf unserer Kilimandscharo Besteigung auch schon. Eine komplette Woche ohne Handy macht den Kopf so richtig frei. Man ist viel mehr bei der Sache und deutlich entspannter. Und das Beste – verpasst haben wir tatsächlich auch nichts! Verrückt 😉

Wichtig ist vor Urlaubsbeginn nur unbedingt daran zu denken, die Datennutzung im Ausland in euren Smartphone-Einstellungen zu deaktivieren, um nicht ungewollt im Hintergrund irgendwelche Daten herunterzuladen. Dazu gehört übrigens auch die Mailbox im Vorfeld abzuschalten!

Bedingt sinnvoll – euren Provider nach speziellen Tarifen anfragen

Möchte oder muss man Internet und Telefonie auch ohne WLAN nutzen, wird die Sache kniffeliger. Wie schon beschrieben, stellt das reguläre Roaming außerhalb der EU keine wirkliche Option dar. Allerdings bieten eigentlich alle Provider spezielle Pakete an, mit denen sich der Vertrag auch im Ausland günstiger nutzen lässt. Für die USA, Kanada, die Schweiz und die Türkei werden pro Tag in der Regel ca. 6€ fällig. Wer direkt eine Wochenoption bucht zahlt meist ca. 20€.

Hört sich zunächst ganz interessant an, macht aber für einen dreiwöchigen Aufenthalt in Summe 60€. Für Kurzaufenthalte bis zu einer Woche, wie z.B. bei einem Städtetrip nach New York, lohnt sich das Buchen eines Paketes unter Umständen. Für längere Aufenthalte sollte man allerdings abwägen.

Praktisch – eine US-Prepaid Karte zuhause erwerben

Da die zuvor beschriebenen Optionen uns nicht wirklich überzeugen, haben wir uns mal die Möglichkeiten angesehen sich eine Prepaid-Karte eines amerikanischen Providers zuzulegen. Und siehe da, diese Variante ist tatsächlich deutlich günstiger. Beim Durchstöbern des Internets stoßen wir auf verschiedene Sim-Karten-Anbieter. Simly scheint hier wohl einer der bekanntesten Anbieter zu sein. Die Kombination aus 1GB Daten, Telefonie und SMS kostet hier 39,90€, ist online bestellbar und wird zum gewünschten Termin für 30 Tage aktiviert. Nach Ablauf der 30 Tage besteht die Möglichkeit die Karte online erneut aufzuladen. Der Vorteil – Man reist mit einer betriebs­bereiten SIM in die USA und kann direkt drauf los surfen. Gutes Angebot, aber es geht noch besser 🙂 .

Unser Favorit – eine US-Prepaid Karte vor Ort kaufen

Wer noch günstiger unterwegs sein möchte, macht es uns nach und legt sich eine Prepaid-Karte vor Ort zu. Entweder rennt ihr dafür in den erstbesten Walmart, Publix oder Walgreens und zahlt ab ca. 10 Dollar für eine Sim. Allerdings muss hier dann auch ein Handy mit dazu erworben werden, da die Karten nur mit diesen funktionieren.

Wer kein Handy braucht, wählt Variante B und besucht das nächstbeste Fachgeschäft (z.B. T-Mobile oder AT&T), kauft nur die reine Sim-Karte und nutzt diese dann in seinem eigenen Handy. Die notwendige Registrierung erfolgt ganz entspannt durch den Mitarbeiter im Shop und die ganze Aktion dauert in der Regel keine 15 Minuten. Ganz wichtig: die Deutschland-Sim gut aufbewahren 😉 .

Wir können euch T-Mobile empfehlen. Hier haben wir eine extra Touristen Prepaid-Karte mit einer für uns perfekten Laufzeit von 21 Tagen erworben. Das Ganze kostet 30$ inkl. Steuern – also je nach Wechselkurs unter 25€ – und beinhaltet ein 2GB Highspeed Datenpaket (danach 2G), eine SMS-Flat, sowie 1000 Freiminuten innerhalb der USA. Die Karte läuft definitiv nach 21 Tagen ab und ist nicht verlängerbar. Für die, die länger bleiben, gibt es z.B. ein Angebot von AT&T. Für 40$ pro Monat gibt es hier 3GB, Telefonie- und SMS-Flat.

Zur Info: WhatsApp funktioniert im Übrigen auch mit der neuen Nummer in eurem Handy ohne Probleme. Da WhatsApp auf euer Telefon registriert ist und über die Datenverbindung läuft, merken weder euer Handy noch eure Kontakte, dass ihr eine andere Sim-Karte mit neuer Nummer eingelegt habt!

Fazit

Lange Rede, kurzer Sinn. Roaming stellt völlig überraschend die schlechteste der aufgezeigten Alternativen dar. Für Kurztrips bieten sich unter Umständen noch die speziellen Reisepakete der Provider an. Verreist ihr länger als eine Woche, fahrt ihr aber immer deutlich besser mit einer USA-Sim! Also entweder mal ein paar Tage ohne Handy auskommen, oder einfach eine Prepaid-Karte vor Ort kaufen. Am Ende viel einfacher als man denkt.

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