Gunung Mulu Nationalpark

Tag 3 – 5 bricht an. Unser nächster Stop ist Mulu. Abflug von Kuching ist um 11:25 Uhr mit einer Propeller Maschine. Unsere Prämiere! Die Flugzeit von 1,5 Std. in dem fast leerem Flugzeug (ca. 15 Personen bei 70 Sitzplätzen) geht aber gut rum – vielleicht auch weil wir Marko und Linzy am Flughafen wieder gesehen haben und die beiden direkt hinter uns im Flieger sitzen. Wir quatschen wieder sehr viel und finden raus, dass die beiden seit Oktober letzten Jahres in Australien, Neuseeland und Asien für 8 Monate auf Reisen sind. Beide haben den Job gekündigt um sich diesen Traum zu erfüllen.

Tag 3 – Bat Exodus @ Deer Cave

Der Flughafen Mulu ist so klein, dass es weder ein richtiges Kofferband gibt noch einen richtigen Check-In Schalter. Man steigt aus dem Flugzeug aus, läuft zu einer „Ankunftshalle“ und bekommt dort seine Koffer übergeben. Irgendwie alles witzig!

Am Flughafen werden wir vom Hotel-Shuttle abgeholt und zum 5 Sterne Luxus Hotel Mulu Marriott Resort gebracht. Linzy & Marco wohnen gegenüber unserem Hotel – ein sehr einfaches Zimmer bei Einheimischen im Guesthouse Mulu Village. Die nächsten 2 Tage machen wir dementsprechend viel zusammen.

Nach Ankunft im Hotel erfolgt eine nette Begrüßung an der offenen Rezeption mit gekühlten nassen Waschlappen zur Erfrischung und einem Gurken-Smoothie. Wir erhalten wieder ein kostenloses Upgrade auf ein Zimmer mit River-View. Das Marriot ist ein unfassbares Hotel mit unfassbarem Zimmer, bestehend aus separatem Wohnzimmer, Schlafzimmer, großem sehr schicken Bad und Balkon.

Viel Zeit zum entspannen bleibt aber zunächst nicht, denn wir wollen heute noch eine Tour zu den Höhlen unternehmen. Also direkt wieder ab mit dem Shuttle zum Mulu NP. Dort treffen wir wieder Linzy und Marko und buchen die gleichen Touren für die kommenden Tage wie die beiden 🙂 Grundsätzlich sind alle Höhlen und auch der Canopy Walk nur in Begleitung von Guides zu besuchen.

Starten werden wir um 14 Uhr mit der Deer & Lang Cave. Wir benötigen ca 1 Std. für den Fußmarsch (3,5 km) im strömenden Regen auf Stegen zum Eingang der Höhlen. Vor allem die Deer Cave ist sehr beeindruckend. Mit mehr als 100 Metern Breite und Länge ist es aktuell eine der größten Höhlenkammern der Welt. Nach der Besichtigung beider Höhlen warten wir dann vor den Höhlen auf einer Plattform auf den Bat-Exodus. Trotz Regen haben wir Glück und um 17:30 Uhr schwärmen tausende Fledermäuse aus der Deer Cave. Spektakulär!

Mittlerweile ist es dunkel und wir machen uns mit Linzy und Marco auf den Rückweg zurück zum Headquater. Wir reden wieder viel! Die beiden sind echt klasse! Wir verabreden uns mit den beiden für 20:15 Uhr zum Dinner in unserem Hotel und lassen den Tag danach noch bis 0:30 Uhr im offenen Barbereich mit Cocktails ausklingen. Ein wirklich perfekter Abend mit unseren neuen holländischen Freunden 😉


Tag 4 – Schwimmen mitten im Dschungel & ein sensationeller Night Walk

Den nächsten Tag verbringen wir komplett zu viert 🙂

Um 9:15 Uhr starten wir mit der Tour zur Wind & Clearwater Cave. Nach kurzer Bootsfahrt halten wir aber zunächst bei den Locals des Mulu Dorfs. Wir werden von einer Einheimischen zu einem kleinen Markt geführt, auf dem wir ein paar handgemachte Souvenirs kaufen. Marco & Jan probieren noch kurz das Blowpipe-Schießen aus und kaufen sich als Andenken ein kleines Exemplar für 60 Ringit. Dann geht es weiter mit dem Boot den Fluss hoch. Nach insgesamt ca. 15 Min Bootsfahrt kommen wir an der Wind Cave an. Unser Highlight hier ist eine große, aber ungiftige Blue Racersnake, die am Höhleneingang gerade auf der Suche nach Fledermäusen ist.

Wir fahren noch ein kurzes Stück weiter und erreichen dann den Startpunkt zur Clearwater Cave. Wir absolvieren einen sehr anstrengenden Aufstieg über mehr als 200 Stufen und erreichen die mit Abstand interessanteste Höhle im Mulu NP. Überall finden sich sehr imposante große Löcher in der Höhlendecke mit Blick auf den Himmel und den Urwald. Am Ende baden wir dann noch im Clearwater River mitten im Dschungel. Einfach unvergesslich!

Wir sind gegen 14 Uhr zurück im Hotel und relaxen ein bißchen am Pool ohne Linzy und Marko. Danach haben wir Hunger und gehen zum Dinner. Eine Hauptspeise im Mulu Marriott kostet zwischen 45 bis 80 Ringit. Von Burger über Pasta bis Lokalfood gibt es eine gute Auswahl und alles ist sehr lecker! Softdrinks kosten 12 Ringit, ein Glas Rotwein 30 Ringit, Cocktails auch um die 30 Ringit. Also nicht übertrieben teuer.

Um 19:15 Uhr steht dann eine Nachtwanderung im Mulu NP auf dem Programm. Wir treffen dort wieder Linzy & Marco und laufen in einer kleinen Gruppe mit unserem Guide 2 Std. durch pechschwarze Nacht durch den Dschungel. Wir sehen viele sehr giftige Centerpits (Hunderfüßer), eine riesige Tarantel, ungiftige Milipits (Tausendfüßer), einen Frosch, Stabschrecken, Stick-Insects, einen großen Lizard, mehrere Huntsman-Spider und viele Glühwürmchen.

Danach machen wir es uns zu viert wieder im Marriott an der Bar gemütlich und trinken einen Cocktail. Linzy und Marko sind einfach super, uns sehr ähnlich und die Gespräche laufen wie von selbst. Da die beiden schon Samstag weiterfliegen nach Kota Kinabalu und wir erst Sonntag, verabreden wir uns für Sonntag Abend zum Dinner in Kota Kinabalu 😀 Telefonnummern haben wir eh schon getauscht.


Tag 5 – fantastische Aussichten

Unseren letzten Tag im Mulu NP beginnen wir mit dem weltweit längsten Canopy Walk (450m). Die Nacht war allerdings mal wieder viel zu kurz. Um 8:30 Uhr müssen wir schon los um pünktlich am National Park zu sein. Leider wird die Tour dann auf 10:30 Uhr verschoben, weil ein Boardwalk in der Nacht durch einen umgekippten Baum zerstört wurde. Nach kurzem Besuch im Visitor Information Center fahren wir zurück ins Hotel. Kein Problem bei einer Fahrtzeit von gerade mal 3min. und einem kostenlosen Hotel-Shuttle 😉

Um 10:30 dann auf zum zweiten Versuch. Unsere Gruppe besteht außer uns nur aus einem weiteren etwas merkwürdigen Pärchen und einem völlig beklopptem Guide. Dieser ist ein Local aus Mulu und hat angeblich drei Jobs! Zunächst einmal ist er Guide im NP. Das ist ja schon mal gut zu wissen 😉  Pflanzendoktor ist er auch noch… und Priester 😀 😀 😀

Die 30 Min. auf dem Weg zum Canopy Walk erzählt er uns dementsprechend viel von allem möglichen Kram. Viel von der Bibel, dass Gott den Schlüssel zum Leben hat, usw… Er wohnte früher noch tief im Dschungel und ist dann freiwillig zur Zivilisation gekommen. Sein Großvater war ein sehr mächtiger Schamane, der sich sogar unsichtbar machen konnte. Der Großvater konnte auch nicht erschossen werden. Auf ihn gerichtete Pistolen funktionierten nicht und wenn doch, sind die Kugeln vor dem Großvater zu Boden gefallen. Ein sehr mächtiger Mann halt! Wir wissen nicht, welche Drogen die im Dschungel nehmen, aber es scheint starkes Zeug zu sein, da der das komplett tot ernst meinte :)))) Voll irre!!!

Aber zurück zum Canopy Walk. Dieser ist mit 450m der längste der Welt. Die Höhe variiert zwischen 20 und 30m. In Summe ein ganz cooler Trip, der aber nicht sonderlich spektakulär ist. Wildlife – Fehlanzeige!

Mittags gibt es Lunch im Mulu Cafe im Mulu NP. Wir zahlen für eine Portion Pommes, 5 Satay Spieße mit Erdnusssauce und Reis, Cola und Sprite 33 Ringit (also ca. 6,50€) Also ein günstiges Mittagessen für zwei!

Nachmittags chillen wir in den Liegen an der Hotelbar und brechen dann um 17 Uhr zu einem guided walk zum Hügel auf der anderen Flussseite mit Blick auf das Hotel und die Berge des Mulu NP’s auf. Es geht in 10min. einen sehr schlechten und bewachsenen Pfad nach oben. Dort warten wir dann auf den Bat-Exodus. Um 17:50 Uhr erscheinen dann endlich der ersten Fledermaus Schwärme am Himmel. Von hier oben haben wir eine tolle Sicht auf die Deer Cave und die riesigen Fledermaus Schwärme die aus der Höhle in den Himmel steigen. Wir erwischen einen super Tag mit toller Sicht und vielen Fledermäusen. Klasse!

Unser Guide ist einmal mehr ein alter Dschungelbewohner 🙂 Es ist immer wieder interessant die Lebensgeschichten der Locals zu hören. Sein großer Bruder ist zum Beispiel noch nicht unter die Schulpflicht gefallen und hat nie eine Schule besucht. Die Regierung hat die Indianer gezwungen ihr Normaden-Dasein aufzugeben und in Langhäuser zu ziehen um besser registriert werden zu können. Er ist richtig im Langhaus im Dschungel Mulus aufgewachsen, ohne modernes Leben, also ohne Strom, Geld, Supermarkt, usw. Er musste dann irgendwann zur Schule und dafür von zu Hause weg, raus aus den Dschungel. Schule ist in Malaysia kostenlos, aber er fand es verrückt, dass er plötzlich Geld brauchte um Essen zu kaufen und lauter andere Dinge. Die Regierung gibt aber wohl Unterstützung für die Kinder aus dem Dschungel, da die tatsächlich kein Geld besitzen und im Dschungel auch nicht brauchen. Medizin finden die im Dschungel. Es gibt Pflanzen gegen Kopfschmerzen, Magenproblemen und welche die bei Schlangenbissen helfen. Jedes Langhaus hat einen kleinen Garten mit den wichtigsten Heilpflanzen des Dschungels. Sein Langhaus ist 50min. mit dem Boot vom Marriott Resort entfernt. Jetzt lebt er die meiste Zeit direkt im Resort. Bevor es den Nationalpark und das Resort gab, lebten in dem Gebiet verteilt viele Stämme.

Wir finden es unglaublich faszinierend, dass die Zivilisierung hier tatsächlich gerade erst stattfindet. Gleichzeitig ist es aber auch erschütternd, dass diesen Menschen ein neues Leben aufgezwungen wird.

Zurück im Hotel gönnen wir uns das Buffet für 88 Ringit/Person. Das erste Wochenende im Monat können seit Kurzem auch die Locals aus Mulu für einen vergünstigten Preis von 60 Ringit an dem Buffet teilnehmen. Dementsprechend ist die Terrasse gut besucht. Auch eine große frisch eingetroffene Höhlenforschergruppe ist zu Gast für das Buffet im Hotel. Nach einem sehr leckerem Dinner fallen wir müde ins Bett!

Morgen dann weiter Richtung Kota Kinabalu zu einem kurzen Stop Over und einem Wiedersehen mit Linzy & Marco, bevor es dann richtig ins Nirvana geht! Unser Flug nach Kota Kinabalu geht auch erst um 14:45 Uhr, und da das Shuttle nur max. 5 Min zum Mini-Flughafen braucht, reicht die Abfahrt im Hotel um 13:30 Uhr. Normalerweise ist Check-Out um 12 Uhr, wir dürfen das Zimmer aber noch bis 13 Uhr nutzen und können so noch etwas am Pool entspannen!

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