Südafrikas Garden Route

Die Garden Route ist die Region an der südafrikanischen Küste zwischen Port Elizabeth und Kapstadt und zählt mit zu den bekanntesten Reisezielen in Südafrika. Entlang der Nationalstraße N2 liegen so viele Sehenswürdigkeiten, dass alleine diese Region einen ganzen Urlaub füllen kann. Wir haben uns bei unserem dreiwöchigen Roadtrip durch Südafrika auf die Highlights beschränkt und der Garden Route mit der Weinregion 8 Tage gewidmet. Die Highlights mit allen Tipps stellen wir euch hier vor. Dabei spielt es keine Rolle in welcher Richtung ihr die Garden Route fahrt. Wir sind die Route von Osten, Port Elizabeth, nach Westen, Kapstadt, gefahren.

Addo Elephant Park

Der Addo Elephant Park gehört genau genommen nicht wirklich zur Garden Route, passt aber sehr gut als Start oder Abschluss der Garden Route dazu. Vor allem diejenigen, die den Krüger Nationalpark im Norden Südafrikas nicht besuchen, sollten den Addo Elephant Park unbedingt in die Reiseroute mit einbauen. Hier gibt es neben den Elefanten auch alle anderen der „Big 5“ (= Elefant, Löwe, Leopard, Nashorn und Büffel) zu sehen. Wir waren im Addo Elephant Park nachdem wir im Krüger NP bereits unfassbar tolle Safaris erlebt hatten und fanden den Addo ebenfalls sehr gut, auch wenn er nicht an die Wildnis des Krüger Nationalpark herankommt. Dafür gilt der Park als malariafrei. Zwei Nächte, also ein ganzer Tag im Addo Elephant Park sollten reichen.

Durch den Addo Elephant Park kann man entweder selbst mit dem Auto fahren oder aber eine geführte Tour buchen. In Summe läuft das ganze hier schon ziemlich „Mainstream“ ab und die gängigen Game Drives werden in Minibussen durchgeführt. Da kommt kein so richtiges Wildnisfeeling auf. Trotzdem ist es in Summe ein tolles Erlebnis die Tiere hier in freier Wildbahn zu sehen und die Chance vor allem auf Elefanten ist wirklich enorm.

Viele Touranbieter verbinden den Addo Elephant Park mit dem Schotia Private Game Reserve. Davon können wir euch nur abraten. Beim Schotia Private Game Reserve handelt es sich um einen privat geführten Safaripark mit abgeteilten Bereichen für verschiedene Tierarten. Schließlich sollen die Löwen nicht die teuren Giraffen auffressen. Auch zwei Nashörner, aktuell ohne Nashorn, leben in dem Park. Kurz vor unserem Besuch sind die beiden Nashörner von Wilderern per Hubschrauber mit Betäubungsgewehren abgeschossen und ihrer Hörner beraubt worden. Das Schotia Private Game Reserve ist ein riesiger Safaripark der mit offenen Jeeps durchfahren wird. Dies hat nichts mit echtem Afrikafeeling zu tun und fühlte sich für uns nur wie pure Touristenbespaßung an.

Plettenberg Bay

Plettenberg Bay ist mit seinem langen Sandstrand und der geschützten Lage durch die vorgelagerte Halbinsel Robberg Natur Reserve eine der beliebtesten Badeorte entlang der Garden Route. Plett, wie die Einheimischen hier sagen, erscheint sehr gepflegt. Die meisten besitzen hier ein nettes Häuschen mit Blick aufs Meer und gehen Abends in einem der guten, und leckeren Restaurants essen. Der Ort ist total westlich und man fühlt sich plötzlich gar nicht mehr, als wäre man in Afrika.

Die genannten Eigenschaften machen Plettenberg Bay zum idealen Ausgangspunkt für Unternehmungen zu den Sehenswürdigkeiten in unmittelbarer Umgebung und lohnt daher für einen mehrtägigen Stop. Wir haben hier drei Nächte verbracht und hatten somit zwei ganze Tage, wovon wir einen Tag im Tsitsikamma Nationalpark und einen im Robberg Nature Reserve verbracht haben.

Tsitsikamma Nationalpark

Der Tsitsikamma Nationalpark beherbergt den letzten Küstenregenwald Südafrikas und ist berühmt für seinen Otter Trail, der mehrere Tage in Anspruch nimmt. Als Tagesbesucher macht man klassischerweise die leichte Wanderung zu den Storms River Hängebrücken mit vielen schönen Aussichten auf Küste und Meer. Zurück am Parkplatz kann man sich am Restaurant des Besucherzentrums stärken. Wer noch Kraft hat, kann sehr gut den Waterfall-Trail machen, der gleichzeitig das erste Stück des Otter Trails ist. Die Wanderung ist etwas anspruchsvoller und geht über Stock und Stein. Wir konnten den Trail leider aufgrund von Dauerregen nicht machen. Es werden aber auch verschiedene andere Aktivitäten im Park angeboten, wie zum Beispiel Kanutouren. Ein Tagestrip lohnt sich daher auf alle Fälle.

Robberg Nature Reserve

Der Robberg ist eine Halbinsel die vor Plettenberg Bay ins Meer ragt und verschiedene Rundwanderwege zur Auswahl hat. Auf der Zufahrt zum Parkplatz zahlt man eine kleine Gebühr für das Robberg Natur Reserve und hat dann drei unterschiedlich lange Rundwanderwege zur Auswahl. Als kürzeste Route steht „The Gap“ (2,1 km) zur Auswahl, die mittlere Tour ist „Witsand“ (5,5 km) und die große Wanderung „The Point“ (9,2 km) geht einmal komplett um die Landzunge herum.

Wir haben die große Runde „The Point“ bis zur Spitze des Robbergs gemacht und dafür fast vier Stunden ohne große Pausen gebraucht. Die Wanderung ist extrem abwechslungsreich, aber auch recht anspruchsvoll. Es gibt einige steile Stücke über Stock und Stein, teilweise an sehr schmalen Wegen entlang der Steilküste, daher sollte man relativ schwindelfrei sein. Teilweise muss man auch etwas „klettern“ und ist auf allen Vieren unterwegs. Daher solltet ihr die große Runde nur machen, wenn ihr trittsicher seit und gutes Schuhwerk habt. Wir empfehlen die Wanderung im Uhrzeigersinn zu machen, dann hat man die kleine Kletterpartie über die großen Steine auf dem Rückweg und bergauf ist dies in jedem Fall einfacher als Berg runter.

Die Wanderung ist wirklich der absolute Hit und wir können sie nur empfehlen. Hinter jeder Kurve wechselt die Landschaft von steilen Klippen entlang des Meeres, über feinsandige Dünenabschnitte, zu blühenden Blumenwiesen. Auch an einer großen Seelöwenkolonie kommt man recht nah vorbei. Wir haben die Wanderung von der Besitzerin unserer B&B Unterkunft empfohlen bekommen und waren regelrecht geflasht. Ein wirklich toller Ausflug!

Whale Watching in Hermanus und die Weißen Haie von Gaans Bay

Hermanus gilt als einer der Hotspots in der Welt um Wale direkt von der Küste aus zu beobachten. Von Juli bis Oktober kommen die südlichen Glattwale (Südkaper) in die warmen Gewässer vor Südafrika um den Nachwuchs zu bekommen. Von Ende September bis Anfang Oktober findet das jährliche Whale Festival statt und die Stadt ist entsprechend voll. Ab Dezember sinken die Chancen Wale zu sehen gegen Null, denn spätestens dann sind alle Wale weiter gezogen. Wir waren Anfang November dort und haben sehr viele Wale gesehen. Allerdings sind auch in der Wal-Hochsaison Walsichtungen nicht garantiert.

Am besten Ihr wandert einfach den 10 km langen Klippenpfad entlang. Teilweise kommen die Giganten sogar bis auf wenige Meter ans Ufer heran und springen herum. In Hermanus braucht ihr definitiv keine teure Whale-Watching-Tour buchen. Mit den Tourbooten dürfen die Anbieter nicht so nah an die Wale ran, wie ihr sie vom Ufer aus sehen könnt. Natürlich gehört hier, wie bei allen Tiersichtungen, auch immer etwas Glück mit dazu.

Auf der anderen Seite der Bucht, ein paar Kilometer östlich, liegt der Ort Gaansbai. Von hier werden die bekannten White-Shark-Diving Touren angeboten. Da Haie schon von Kind an Jans Lieblingstiere sind, war klar, dass wir so eine Tour einfach machen mussten. Wir verbrachten ca. 6 Stunden draußen auf dem Meer. Nachdem der „richtige“ Platz gefunden war, ging das Prozedere los. Ein Besatungsmitglied durfte den Job des Tages ausüben. In einem riesigen Topf voller Blut und Fischabfällen am Ende des Bootes rührte er fleißig um und ließ immer etwas überschwappen, um durch die Blutspur im Wasser die Haie anzulocken. Nach knapp einer Stunde dann der erste Weiße Hai in Bootsnähe. Sofort ging es in die Neoprenanzüge und die ersten Wagemutigen stiegen in den Käfig. Insgesamt sehen wir bei unserer Tour vier verschiedene Weiße Haie und einen Bullenhai. In den Käfig steigt aufgrund der Wassertemperatur von gerade mal 12°C übrigens nur Jan. Die Haie sind aber auch vom Boot aus sehr gut zu sehen. Schade, dass wir noch keine GoPro besitzen, denn im Wasser kommt Jan voll auf seine Kosten. Ein besonders großes Exemplar von ca. 4m beißt genau vor Jan in den Käfig. Laut Jan der absolute Adrenalin-Kick! Wenn auch nicht ganz billig, ist es einfach eine Wahnsinns-Erfahrung!!!

Weinregion

Auf dem Weg nach Kapstadt haben wir natürlich auch einen Stop in Südafrikas Weinregion eingelegt. Touristische Hauptanziehungspunkte in der Weinregion sind die Orte Stellenbosch, Franschoek und Paarl. Entlang der Weinroute reihen sich endlose Rebflächen zwischen den teilweise sehr schnuckeligen Städtchen. Auch hier, wie eigentlich überall entlang der Garden Route, hat man überhaupt nicht das Gefühl in Afrika, sondern eher in Europa zu sein. Wir fahren morgens in Hermanus los und kommen am frühen Mittag an unserer Unterkunft in Paarl an. Von dort machen wir uns direkt auf den Weg zu einem der großen Weingüter in der Region. Eine Weinprobe kostet hier umgerechnet ca. 2 Euro. Dafür bekommen wir 5 Weine, die wir in dieser tollen Landschaft genießen dürfen – einfach herrlich! Mehr gibt es hier aber auch nicht, so dass in Summe ein Tag auch eigentlich reicht. Am nächsten Morgen geht es für uns daher auch direkt weiter nach Kapstadt.

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