Florida Keys und Key West

Im Endeffekt gibt es zwei Arten die Inselkette der Florida Keys zu erleben. Die eine ist, an nur einem Tag von Miami nach Key West und wieder zurück zu hasten, und dabei zu dem Schluss zu kommen, dass sich die Keys nicht wirklich lohnen. Dann gibt es aber auch die andere Variante, bei der man sich für die Strecke mehrere Tage Zeit nimmt und so in den Genuss des speziellen Flairs und der vielen Highlights kommt. Genau diese Variante haben wir bevorzugt und möchten Euch diese hier genauer vorstellen.

Tag 1: Key Largo – John Pennekamp Coral Reef State Park

Heute geht es los in Richtung Florida Keys. Zunächst wartet aber noch ein ganz besonderes Highlight auf Euch! Von Miami in Richtung Süden über den Highway 1 kommend biegt man hinter dem Florida Keys Outlet Marketplace (im übrigen sehr zu empfehlen für ultrakrasse Schnäppchen) in Richtung Everglades Nationalpark rechts ab. Nach 5 Minuten hat man das Ziel erreicht, einen riesigen Marktstand, der frische tropische Früchte verkauft. Und da die Milchshakes von „Robert is here“ einfach soooo unfassbar gut sind, ist der kleine Abstecher für uns ab sofort ein absolutes MUSS. Insgesamt halten wir drei Mal bei Robert, auf dem Weg in den Everglades NP, auf dem Weg in Richtung Keys und auf dem Weg zurück nach Miami. Unsere Favoriten – Strawberry/Key Lime Shake und Papaya/Key Lime Shake – einfach nur Weltklasse!!! Danach machen wir uns auf den Weg und fahren weiter bis Key Largo, wo wir den ganzen Tag verbringen und auch übernachten. Die Fahrtzeit von Miami Beach aus beträgt etwas mehr als eine Stunde. Mit dem kurzen Zwischenstopp könnt Ihr in etwa 1,5 Stunden einplanen.

Das Highlight auf Key Largo ist natürlich der John Pennekamp Coral Reef State Park. Dieser bietet diverse Möglichkeiten den Tag zu gestalten. Der Eintritt wird pro Auto abgerechnet und kostet 8$. Die Öffnungszeiten sind täglich von 8:00 Uhr bis zum Sonnenuntergang. Der Park hat einen kleinen Strand, es gibt zwei kleine Wanderwege durch die Mangroven-Landschaft und auch ein Kajakverleih steht zur Verfügung. Wir sind aber vor allem wegen der angebotenen Schnorchel-Touren hier. Vor den Keys befindet sich nämlich das drittgrößte Riff der Welt. Nur das Great Barrier Reef in Australien und das Belize Reef sind größer. Der klassische Ausflug dauert 2,5 Stunden, bei dem man dann zwischen 1 und 1,5 Stunden im Wasser ist. Kostenpunkt hierfür 30$ p.P. plus Tax. Es gibt auch die Möglichkeit den Ausflug auf 4,5 Stunden auszudehnen (39$ plus Tax) mit mindestens zwei verschiedenen Schnorchel-Spots und natürlich entsprechend  mehr Zeit im Wasser. Diese Touren finden allerdings nur zwei Mal am Tag statt (9:00 und 13:45 Uhr). Egal für welche Tour ihr euch entscheidet, reserviert am besten vorab, da die Plätze auf den Booten begrenzt und sehr begehrt sind!

Das Schnorcheln ist tatsächlich richtig cool! Deutlich besser als wir gedacht hätten. Nach einem kurzen Briefing über den Schnorchel-Spot geht es auch schon mit den anderen (das Boot fasst ca. 35 Personen) ins Wasser. Dieses ist im November noch angenehm warm, so dass wir keinen Neoprenanzug benötigen. Ihr könnt übrigens das komplette Schnorchelequipment dort leihen, also Maske, Schnorchel, Flossen und bei Bedarf auch Neoprenanzug.

Die Sichtweiten sind mit ca. 7-10 m wirklich in Ordnung, zumal vor acht Wochen noch Hurricane Irma gewütet hat. Umso erfreulicher, dass die Unterwasserwelt an diesem Riff kaum Schaden genommen hat und die großen Fächerkorallen in voller Farbpracht beeindrucken. Am Riff sind viele bunte Fische unterwegs und mit ein wenig Glück lassen sich sogar Haie, Barracudas, Rochen und Schildkröten beobachten. In Summe wirklich ein empfehlenswerter Ausflug, auch wenn dieser einen Vergleich mit Ägypten vielleicht nicht ganz standhalten kann. Ganz wichtiger Tipp – denkt an Sea-Sickness Tabletten, also Tabletten gegen Reiseübelkeit!!! Da die Spots weit draußen vor der Küste liegen, kann es auch an scheinbar sonnig und ruhigen Tagen etwas rauer zugehen.

Tag 2: Die Keys entlang bis nach Key West

Am nächsten Morgen geht es dann zeitig los in Richtung Key West. Für die rund 160 km von Key Largo bis zum südlichsten Punkt des kontinentalen Amerikas könnt ihr an reiner Fahrzeit gut zwei Stunden einplanen. Von vielen hatten wir im Vorfeld gehört, dass sich die lange Fahrt nicht lohnen würde. Und tatsächlich zieht sich der Weg über die Keys ziemlich. Grundsätzlich stellt man sich die Fahrt auch deutlich idyllischer vor, als sie tatsächlich ist. Dennoch gibt es entlang der Strecke ein paar nette Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben, so dass es eigentlich nie langweilig wird.

Als erstes halten wir nach knapp einer halben Stunde auf Lower Matecumbe Key bei Robbies Bootsverleih und kaufen 7 tote Fische für 7,70$ ;). Damit wollen wir die Tarpune füttern, die am Bootssteg in Scharen nur darauf warten, dass die dummen Touristen hier anhalten. Ein Tarpun kann bis zu 2,5 Meter lang werden. Und tatsächlich tummeln sich ein paar ganz stattliche Exemplare im Wasser. Ehrlich gesagt wissen wir nicht, wie das mit dem Füttern gehen soll. Hineinwerfen ist zu langweilig, aus der Hand scheint irgendwie zu krass. Wir bekommen es gezeigt und dann ist es ein riesen Spaß, wenn da nicht die Pelikane wären. Die frechen Vögel versuchen einem immer den Fisch aus der Hand zu klauen. In Summe zwar eine klassische Touri-Trapp, aber trotzdem eine super Gaudi.

Ein weiterer möglicher Stop auf dem Weg wäre das Turtle Rescue Center auf Marathon kurz vor der Seven Mile Bridge. Hier könnt ihr alles über die bedrohten Tiere erfahren. Die Anlage kann nur im Rahmen einer 90 minütigen Führung besichtigt werden, die zu jeder vollen Stunden startet. Der Eintritt beträgt 22$ pro Person, welcher komplett dieser tollen Einrichtung zu Gute kommt. Wir sind leider genau ein paar Minuten zu spät und wollen nicht bis zur nächsten Führung warten.

Daher ist unser nächster Stop der Bahia Honda State Park, der sich direkt hinter der Seven Mile Bridge befindet. Allerdings ist hier aufgrund von Hurricane Irma von vor ein paar Wochen nur ein Strandabschnitt geöffnet und die alte Brücke darf auch nicht betreten werden. Generell sind die Auswirkungen des Monstersturms im gesamten Bereich der mittleren Keys noch deutlich zu sehen. Überall liegen Meter hohe Schuttberge. Auch der Bahia Honda State Park ist erst seit ein paar Tagen wieder für Touristen zugänglich. Schnorchel-Touren und Kajak-Verleih sind noch nicht wieder in Betrieb. Dafür beträgt der Eintritt nur 2,5$ p.P. (Recovery Discount). Wir machen also nur ein paar Fotos und verschwinden dann auch schon wieder. Eigentlich ein schöner State Park, der zum Verweilen einlädt. Wir sind aber leider ein paar Wochen zu früh da.

Vom Bahia Honda State Park aus sind es dann noch mal 45 Fahrminuten bis Key West, wo wir am späten Nachmittag ankommen. Wir nutzen den angebrochenen Tag noch für einen Spaziergang entlang der Old Harbour Front bis zum Mallory Square. Am Mallory Square findet jeden Abend das traditionelle Sunset Festival statt, bei dem sich etliche Straßenkünstler versammeln, um mit den vielen Touristen den Sonnenuntergang zu feiern. Tatsächlich hat man von hier einen tollen Ausblick aufs Meer und die untergehende Sonne. Das Festival startet ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang und ist sehr empfehlenswert. Hier bekommt man dann auch erstmalig etwas von dem ganz speziellen Flair mit, der auf Key West herrscht. Die Uhren ticken hier nämlich einfach anders. Ein kleines Paradies am südlichsten Punkt der kontinentalen USA. Selbst auf den Polizeiautos steht geschrieben „protecting paradies“. Mehr muss man wohl nicht dazu sagen ;). Den Tag kann man dann prima in einem der unzähligen Restaurants ausklingen lassen. Sehr zu empfehlen ist Santiago´s Bodega! Eine wirklich nette Tapasbar, die uns von vielen Einheimischen empfohlen wurde und in einer Seitenstraße der Hauptouristenstraßen liegt. Die Preise sind etwas gehoben, dafür bekommt man allerdings wirklich gutes Essen und unglaublich leckeren Sangria :). Und natürlich ist kein Key West Aufenthalt perfekt ohne nicht zumindest einmal einen typischen Key Lime Pie probiert zu haben. Von den Einheimischen wurde uns das nur wenige Meter von der Bodega entfernte Restaurant Blue Heaven. Und tatsächlich ist der Key Lime Pie einfach ein Gedicht.

Sunset Mallory Square

Sunset Mallory Square

Tag 3: Key West – Home of the Sunset

Sofern Ihr eine weitere Nacht auf Key West gebucht habt, habt Ihr genügend Zeit einen Tagesausflug zu unternehmen. Wir wollen eigentlich zum Dry Tortugas Nationalpark. Dieser liegt 113 km westlich von Key West mitten im Meer und ist berühmt für seine Unterwasserwelt und das Fort Jefferson. Leider ist die Fähre „fully booked“. Wer also unbedingt dorthin möchte, sollte sicherheitshalber vorab Tickets reservieren! Immerhin haben wir so einen Grund wieder zu kommen ;).

Wir disponieren also um, folgen der Empfehlung unserer Unterkunft und buchen stattdessen eine Tour mit honesteco.org. Der kleine Anbieter führt Touren in Kleinstgruppen (max. 6 Personen) durch. Für uns also genau das Richtige! Wir entscheiden uns für einen 4,5 Stunden Kayak/Snorkel-Trip ins Key West Wildlife Refuge und bezahlen pro Person 105$ plus Tax. Das Schnorcheln ist hier komplett anderes als im John Pennekamp Coral Reef State Park auf Key Largo. Es gibt keine Riffkante, keine Korallen und folglich auch kein Großfisch. Alles ist eine Nummer kleiner. Das Wasser ist max. 2 Meter tief und super still.  Es gibt viele kleine Fische, Lobster und Schwämme. Wir haben sogar Glück und sehen einen kleinen Ammenhai. Nach einer kurzen Stärkung auf dem Boot geht es dann in den Kajaks rüber zu einer Mangroven-Insel. Hier ist das Wasser nochmal klarer und ruhiger. Wir sehen Pfeilschwanzkrebse und diverse Vögel. In Summe einfach ein tolles Naturerlebnis, welches sehr zu empfehlen ist, zumal wir auf dem Rückweg zum Hafen dann auch noch Besuch von einer kleinen Gruppe Delfine bekommen. Wer keine Lust auf einen Tagesausflug hat, kann auch super an einem der tollen Strände die Zeit verbringen. Am besten geeignet dafür ist der Fort Zachary Taylor State Park oder Higgs Beach.

Egal für was Ihr euch entscheidet, am (späten) Nachmittag bleibt auf jeden Fall genügend Zeit, die Duval Street einmal entlang zu schlendern. Starten könnt Ihr wunderbar am Mallory Square. Auf der knapp 2 Kilometer langen Touristenmeile reihen sich etliche Restaurants und Souvenir-Shops aneinander. Zu den bekanntesten gehören wohl das Margaritaville, sowie Sloppy Joe’s Bar. Am südlichen Ende der Straße gelangt Ihr dann an den südlichsten Punkt der kontinentalen USA. Für ein Foto mit der weltbekannten Boje muss man zwar tatsächlich anstehen, aber irgendwie gehört das Foto in jedes Album und ist somit natürlich trotzdem ein absolutes Must Do auf Key West! Kleiner Tipp – nutzt einen Graufilter, um die Belichtungszeit zu erhöhen. Dadurch verschwinden sich bewegende Objekte gänzlich aus den Bildern.

Southernmost Point USA

famous Southernmost Point USA

 

Tag 4: zurück nach Miami – Zeit fürs Fazit

Auf dem 3,5 Stunden langen Rückweg nach Miami nutzen wir die Zeit für ein Fazit. Obwohl man immer wieder hört, dass die lange Fahrt über die Keys nicht besonders lohnenswert sei, gehören sie für uns einfach zu einer Rundreise durch den Sunshine State dazu. Vor allem wer sich die Zeit nimmt und auf den Keys ein paar Tage verbringt, merkt schnell, dass sich hier sogar ein ganzer Urlaub verbringen lassen würde. Vor allem ein Besuch in Key West ist in unseren Augen ein absolutes MUSS! Auch wenn man das kleine Städtchen locker an einem Tag erkunden kann, sollte man hier mindestens 1-2 Nächte einplanen. So lohnt sich dann auch die lange Anfahrt und man kommt ganz nebenbei in den Genuss des besonderen Flairs, der hier herrscht.

Wer sich also demnächst selber ein Bild von der Sache machen möchte, dem geben wir schon jetzt mit auf den Weg: „Florida Keys – Live your life to the fullest“.

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