Bako NP und Semenggoh Wildlife Reserve

Tag 1 – 2 unserer Reise auf der drittgrößten Insel der Welt. Borneo steht vor allem für Dschungelabenteuer. Wir hoffen natürlich auf eine Begegnung mit dem Mann des Waldes, dem Orang Utan, sind aber auch insgesamt sehr gespannt welche Eindrücke wir in den kommenden 2 Wochen sammeln dürfen. Unser Flug von Singapur nach Kuching geht schon um 8:10 Uhr. Dementsprechend haben wir den ganzen Tag zur Verfügung. 1,5 Flugstunden später sind wir dann auch endlich auf Borneo :D! Der malaysische Teil von Borneo teilt sich in zwei Staaten. Sarawak im Westen und Sabah im Nord-Osten der Insel. Starten werden wir in Sarawak. Der Airport Kuching begrüßt uns mit den Worten: “Welcome to Sarawak where the Adventure lives”. Na dann wollen wir mal…

Tag 1

Leider ist der beim Hotel bestellte Shuttle nicht da und unsere Handys funktionieren irgendwie nicht. An der Information des Flughafens dürfen wir aber netterweise im Hotel anrufen. Irgendwie ist unsere Shuttle-Buchung nicht im System hinterlegt. Wir fahren also mit dem Taxi. Dies bezahlen wir in der Ankunftshalle im Flughafen vorab und gehen mit dem Ticket dann raus zum Taxistand. Die Fahrt vom Flughafen zum Waterfront Hotel in Kuching kostet 26 Ringit (ca. 5€). Im Nachhinein ist das sogar billiger als das Shuttle, welches 14 Ringit/Person kostet. Also alles richtig gemacht!

Unser erstes Highlight auf Borneo soll das Semenggoh Nature Reserve mit halbwilden Orangs sein. Die „Nachmittagsfütterungen“ finden immer um 15 Uhr statt. Eine geführte Tour hatten wir im Vorfeld nicht gebucht, da vor Ort ausreichend Park-Ranger über das Reserve informieren. Also stellt sich die Frage – wie hinkommen? Mit dem öffentlichen Bus soll es gut klappen. Allerdings fährt der letzte Bus schon um 16 Uhr zurück nach Kuching und braucht mindestens eine Stunde. Also nicht optimal.

Wir wählen wieder die Komfortlösung und buchen über das Hotel einen Fahrer, der uns am Hotel abholt, in 40 Min. zum Orang-Utan Reserve fährt, dort auf uns wartet bis wir fertig sind und dann wieder am Hotel absetzt. Das Ganze kostet insgesamt 150 Ringit, also gerade mal 30€ für uns beide zusammen. Der Eintritt in den Park kostet 10 Ringit/Person und ist den ganzen Tag gültig.

Im Semenggoh Reserve leben 26 Orang-Utans, welche verletzt im Wald gefunden, oder illegal als „Haustiere“ gehalten wurden. Auch Waisenkinder leben in dem Reservat. Ziel ist es alle wieder fit für die Wildniss zu machen. Daher können sie sich innerhalb des riesigen Reservats frei bewegen und erhalten die Option zu den Fütterungszeiten die Futterplätze aufzusuchen um etwas „Extra-Nahrung“ zu erhalten. Die Ranger legen hierzu zweimal am Tag (9 Uhr und 15 Uhr) Früchte an die Futterplätze. Ob man die Kletterkünstler zu Gesicht bekommt entscheiden also ganz allein die Tiere selbst.

Wir haben mal wieder großes Glück und bekommen als erstes den Big-Boss, Richie, ein riesen Orang-Utan Männchen, vor die Linse. Laut den Rangern kann Richie richtig gefährlich werden! Daher erhalten wir die Weisung, dass wenn Richie auf die Touristengruppe zu läuft, sofort alle wegrennen sollen so schnell sie können. Richie geht aber einfach zum Futterplatz, trinkt seine Milch aus einer Flasche und isst in aller Ruhe seine Früchte direkt vor uns in vielleicht 10-15m Entfernung. Im Anschluss marschiert er wieder zurück in den Wald. Unsere Herzen schlagen ziemlich schnell… Was für eine Wahnsinns Erfahrung!

Danach wird unsere Gruppe einen 200m kurzen Weg in den Wald zu einer großen Futterstelle geführt. Dort liegen bereits Früchte auf einer Holzplattform und ein Ranger ruft regelmäßig in den Wald nach den Orangs. Von den umliegenden Bäumen führen Seile hinab zu der Holzplattform. Wir stehen ca. 20m entfernt und sind gespannt.

Nach bestimmt 20 Min. dann endlich die ersten Bewegungen in den Baumwipfeln und kurz darauf taucht eine Orang-Utan Dame mit Baby auf. Das Warten hat sich also gelohnt. In Summe kommen 4 Weibchen jeweils mit Baby zu dieser 2. Futterstelle. Nach 1 Stunde müssen wir gehen, um die Orang-Utans nicht zu sehr zu stressen. Interessant: Orang-Utans bauen jede Nacht ein neues Nest in den Baumwipfeln als Schlafstätte für die Nacht.

Es ist also mittlerweile 16:30 Uhr! Den öffentlichen Bus hätten wir also verpasst gehabt und die Leute, die mit einer gebuchten Tour dort waren, sind auch schon so früh weg, so dass sie die letzten beiden Orang-Utans gar nicht gesehen haben. Die Option „Do-it-yourself mit Fahrer“ scheint also die beste Option zu sein! Auf dem Rückweg zum Taxi kommen wir mit einem netten holländischen Paar in unserem Alter ins Gespräch. Linzy & Marco haben eben diesen letzten Bus verpasst… 😉 Wir nehmen die beiden kurzerhand mit zurück nach Kuching und quatschen die ganze Fahrt über ununterbrochen. Es war nicht das letzte Mal, dass wir die beiden gesehen haben sollten…

Zurück im Hotel duschen wir nur kurz und gehen dann Abendessen. Kuching ist die größte Stadt Borneos, was man auch merkt. Es gibt eine Waterfront mit Streetfood Ständen und Touristenshops, ein China-Town, etc. und dann direkt am Hotel eine moderne Mall mit normalen Geschäften wie Esprit, H&M, Burger King, Starbucks und MCDonalds. Streetfood will Jan mal wieder lieber nicht. Also fällt die Wahl auf das laut Tripadvisor beste Restaurant der Stadt: Zinc. Ein nettes spanisches Lokal, welches von einer Französin geführt wird. Das Essen ist für malaysische Verhältnisse teuer. Wir zahlen für 2 Hauptgerichte (Steak/Nudeln), 2 Cola und 2x Nachtisch = 174 Ringit (35€).

Morgen dann in den ersten Nationalpark in der Hoffnung viel Wildlife zu sehen… wir sind gespannt!


Tag 2

Heute geht’s auf zum Bako NP. Von Deutschland aus haben wir schon eine private Tour mit Borneo Adventures gebucht. Unser Guide Litschi holt uns pünktlich um 8:30 Uhr am Hotel ab. Litschi wurde im Langhaus im Dschungel geboren und kam später wegen der Arbeit der Eltern nach Kuching in die Stadt. Also ein echter Profi wie sich herausstellte.Die Fahrt mit dem Auto vom Hotel zum Dorf Bako dauert ca. 45min. Bako ist ein Ort mit Einheimischen in ärmlichen Hütten direkt am Fluss. Litschi besorgt uns hier einen Bootsmann und dann geht es für weitere 25min. in einer kleinen Nussschale bis zum “Eingang”/Headquater des Parks. Die Bootsfahrt durch diese fremde Natur ist schon ein Erlebnis und wird noch besser, da wir wegen Niedrigwasser nicht bis zum Bootsanleger fahren können. Vielmehr halten wir ein gutes Stück vorm Land an, ziehen die Schuhe aus und waten durch das kniehohe Wasser bis an den Strand.

Direkt am Ufer dann sofort das erste Highlight! Nasenaffen! Diese gibt es nur auf Borneo. Am Headquater bekommen wir dann eine Waglers-Pit-Viper (grüne Baumschlange) gezeigt und treffen auch Linzy und Marco wieder. Wir quatschen kurz und verabschieden uns dann bis morgen. Die beiden nehmen den gleichen Flug nach Mulu :).

Litschi führte uns einmal durch die Anlage (Lodge-Hütten mit niedrigstem Standard, Campingplatz und Häuser der Ranger). Dort entdecken wir noch einen stattlichen Monitor-Lizard (großer Waran) und ein Bartschwein bevor wir uns dann auf machen, um den Paku Trail (800 m One-Way) zu absolvieren. Dieser führt durch den Regenwald, vorbei an Mangroven bis zum Strand. Entlang des Weges treffen wir eine große Gruppe der seltenen Silver-Leaf-Monkeys, die direkt am Wegesrand spielen.

Zurück am Headquater dann Lunch (im Tourpreis inklusive) mit kleinem Lokalfood Buffet. Dort komplettieren wir dann mit einer kleinen Gruppe Longtail-Makaken die drei Monkeyarten des Bako NP’s 😀 Litschi sagt, dass er die Tour an drei Tagen in der Woche macht und dies erst das 2. Mal ist, dass er alle drei Affenarten an einem Tag gesehen hat. Also ein sehr erfolgreicher, wenn auch extrem anstrengender erster Hike im Dschungel. Die klimatischen Bedingungen hauen schon ganz schön rein! Uns reicht der 1,6 km Hike über Stock und Stein und über Wurzelberge. Kletschnass durchgeschwitzt verzichteten wir auf einen zweiten Trail und lassen uns lieber bequem per Boot für 35Ringit entlang der Steilküste zum Wahrzeichen des Bako NP, der berühmten Felsformation (Sea Stack) kutschieren.

Als Dank für den tollen Tag geben wir unserem Guide noch 50 Ringit Trinkgeld, auch wenn Trinkgeld in Asien unüblich ist. Litschi ist etwas irritiert, freut sich am Ende aber doch sehr.

Zum Abendessen gibt es nach dem fetten Lunch nur McDonald’s. Zwei Menüs plus extra Burger kosten hier nur 6 Euro.

Morgen dann mit Turbo-Prop nach Mulu… wir sind gespannt!

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