Auf Safari in Tansania

Löwen im hohen Gras, prächtige Schirmakazien, glutrote Sonnenuntergänge und immer wieder eine schier unendlich weite Steppe in der Millionen von Zebras und Gnus zu sehen sind. Herzlich willkommen in Tansania! Alles, ja wirklich alles was man mit Afrika verbindet findet man hier. Tansania gilt daher zu Recht als eines der besten Reiseziele um eine afrikanische Safari zu erleben. Die Naturschutzgebiete Serengeti und Ngorongoro Krater sind weltbekannt. Die Tierdichte und der Artenreichtum suchen seinesgleichen. Wer also einmal in seinem Leben auf Safari gehen möchte, wird in Tansania bestens aufgehoben sein. Wie ihr das Ganze am besten angeht, worauf man achten sollte und welche Parks ihr auf keinen Fall verpassen dürft, erfahrt ihr in unserem neuesten Blogpost. Also viel Spaß beim Lesen…

Safari in Tansania – aber wie?

Eine Safari durch die Nationalparks Tansanias ist ein unbeschreibliches Erlebnis! Wer den besonderen Reiz sucht, flexibel sein möchte und ein bisschen Mut aufbringt, kann sich durchaus als Selbstfahrer probieren. Allerdings sind die Straßen überwiegend in sehr schlechtem Zustand und an jeder zweiten Ecke werden durch angeblich korrupte Polizisten „Straßenkontrollen“ durchgeführt. In unseren Augen ist hier also der Ärger quasi schon vorprogrammiert. Wer dennoch Interesse hat, als Selbstfahrer unterwegs zu sein, der kann sich z.B. hier näher darüber informieren.

Die am meist verbreiteste Variante durch Tansania zu reisen sind tatsächlich organisierte Kleingruppenreisen. Da wir immer möglichst individuell unterwegs sein möchten, gehen wir auf diese Reisemöglichkeit hier auch gar nicht weiter ein und nennen diese nur der Vollständigkeit halber.

Die von uns erprobte und empfohlene Variante ist einen persönlichen Fahrer zu engagieren. Dieser meistert ohne Probleme die genannten Schwierigkeiten und führt einen sicher und ohne Navigationssystem 😉 ans nächste Ziel. Darüber hinaus sind die Fahrer immer auch ausgebildete Guides, so dass man auf den Safaris von dem geschulten Auge und dem Wissen profitiert, und viel über die Kultur und das Leben vor Ort erfährt.

Aber wie buche ich nun so einen Fahrer? Am einfachsten geht dies natürlich über einen deutschen Reiseveranstalter. Diese gibt es wie Sand am Meer. Teuer, günstig, mal mehr, mal weniger professionell. Google hilft hier ziemlich einfach und schnell ;). Am Ende vermitteln die meisten Anbieter aber einfach nur an Agenturen vor Ort weiter und streichen sich eine meist fette Provision ein. Dafür bekommt man dann einen Reisesicherungsschein und hat einen deutschen Ansprechpartner bei Problemen, Fragen oder Wünschen. Wer darauf verzichten kann, fragt einfach eine der Agenturen direkt in Tansania an und bekommt so die gleiche Leistung für weniger Geld. Wir waren mit Bobby Tours unterwegs und können diesen Anbieter empfehlen. Durchführung und Personal, sowohl während der Safari, als auch bei unserer Kilimanjaro-Besteigung, waren sehr gut! Den Veranstalter selber bekommt man vor Ort kaum mit, die Durchführung hat funktioniert und am Ende steht und fällt vor Ort alles mit den Menschen die mit einem unterwegs sind. Daher besteht als weitere Variante natürlich noch die Möglichkeit einen Fahrer direkt zu kontaktieren (ohne Reiseveranstalter/Agentur) und so den Geldbeutel noch weiter zu entlasten. Wer hier Interesse hat kann sich gerne bei uns melden. Wir würden dann die Kontaktdaten unseres Bergführers, bzw. Safari-Guides zur Verfügung stellen, mit dem man dann alles weitere bespricht und absolut zuverlässig waren.

Egal aber ob über einen deutschen Reiseveranstalter, eine Agentur vor Ort oder direkt über einen Fahrer, das Preisniveau für eine Safari in Tansania ist extrem hoch! Eine Übernachtung in einem der Nationalparks kann schnell ein paar Hundert Euro pro Person kosten. Wer mit Freunden oder Familie reist, kann zumindest die Kosten für Fahrzeug, Fahrer und Eintritte umlegen. Das soll aber nicht heißen, dass ihr unbedingt in einer Gruppe reisen solltet. Für uns sind große Reisegruppen definitiv nichts, auch wenn gerade diese oft finanziell sehr interessant erscheinen. Das Erlebnis einer individuellen Safari, zurecht geschnitten auf die eigenen Wünsche und Befindlichkeiten mit jeglicher Individualitiät als würde man selber fahren, ist einfach unbezahlbar! Aber nun zu den einzelnen Parks…

Auf Safari in Tansania

Auf Safari in Tansania mit John, unserem Fahrer und Safariguide, und unseren Eltern

das Highlight schlechthin – der Serengeti Nationalpark

Um es kurz zu machen, die Serengeti war das absolute Highlight auf unserer 6-tägigen Safari durch Tansanias Nationalparks! Ein absolutes Muss für jeden Naturliebhaber. Hier könnt ihr die ultimative Safari und Afrika wie aus dem Bilderbuch erleben! Die Serengeti, was in der Sprache der einheimischen Massai soviel bedeutet wie „endloses Land“ bzw. „endlose Ebene“, ist einer der größten und bekanntesten Nationalparks der Welt. Sie gehört zum Weltnaturerbe und ist eines der sieben Naturwunder Afrikas. Hier findet auch die größte Tierwanderung unseres Planeten statt, bei der Millionen von Gnus und Zebras Jahr für Jahr auf der Suche nach Wasser und Weideland durch die Steppe ziehen.

Um das Serengeti-Feeling richtig aufsaugen zu können, solltet ihr mindestens eine, besser zwei Übernachtungen in einem der „Luxury Tented Camps“ inmitten der Wildnis einplanen. Wir waren zwei Nächte in einem der „Kati Kati Tented Camps“ und waren begeistert! Die Zelte sind geräumig wie richtige Hotelzimmer und bieten jeglichen Komfort mit großem Kingsize Bett, Flush-Toilet und sogar warmen Dusche. Das Essen ist lecker, das Personal sehr zuvorkommend und die Atmosphäre besonders zum Sonnenuntergang einfach perfekt. Nachts streunten dann Hyänen und Löwen um die Zelte und bescherten absolute Gänsehaut-Momente! Genau so haben wir uns das vorgestellt…

Morgens erwartete uns dann ein reichhaltiges Frühstück, bevor wir uns die Lunch Box für den Tag selber zusammenstellen durften. Im Anschluss ging es dann mit unserem Fahrer John bei geöffnetem Hubdach auf Pirschfahrt. Im Gegensatz zum Krüger Nationalpark in Südafrika finden hier keine Early Morning bzw. Sundown Game Drives (Game Drive = Safari) statt. Vielmehr ist man den ganzen Tag unterwegs. Wer unbedingt den Sonnenaufgang über der Steppe erleben will und das nötige Kleingeld ausgeben möchte, bucht eine Ballonfahrt für 500$ pro Person mit anschließendem Champagnerfrühstück in der Wildnis.

Die Serengeti beherbergt alle Vertreter der Big Five. Bis auf Nashörner sind auch alle recht einfach zu finden. Darüber hinaus gibt es natürlich so ziemlich alles was das Safariherz höher schlagen lässt. Was dagegen etwas nervt sind die tagaktiven Tse-Tse-Fliegen, die in manchen Gebieten des Parks vorkommen. Die Tse-Tse-Fliege kann die Schlafkrankheit übertragen, die ohne Behandlung sehr gefährlich ist und vor der man sich leider nicht mit irgendwelchen Mittelchen schützen kann, außer mit langer und heller Kleidung. Malaria-Mücken sind dagegen erst nachmittags unterwegs. Dann gilt es sich mit einer Extra-Schicht Nobite oder Antibrumm einzusprühen. Malaria-Profilaxe wird ebenfalls empfohlen. In den trockeneren Monaten sinkt das Risiko aber erheblich. Wir waren im Februar unterwegs und haben nur wenige Mücke gesehen.

In Summe ist die Serengeti atemberaubend und somit auch jeden einzelnen Euro wert. Gönnt Euch mindestens zwei Nächte im Park und verzichtet lieber an anderer Stelle.

die größte Raubtierdichte Afrikas – der Ngorongoro Krater

Einen weiteren Tag solltet ihr auf jeden Fall einplanen um den Ngorongoro Krater zu erkunden. Dieser gehört zum Serengeti Biosphärenreservat und ist ebenfalls eines der sieben Naturwunder Afrikas. Das besondere hier ist die größte Raubtierdichte Afrikas. Aufgrund der natürlichen Gegebenheit des Kraters bevölkern ca. 25.000 Großsäuger den eingestürzten Vulkankegel auf engstem Raum. Nur Giraffen sucht man hier vergebens, da diese die steilen Kraterhänge nicht überwinden können. Dafür besteht im Ngorongoro Krater die Chance eines der ganz seltenen Spitzmaulnashörner anzutreffen. Schätzungsweise gibt es nur noch ca. 5.000 Exemplare weltweit. Auch der Rest der Big Five, also Löwe, Leopard, Elefant und Büffel, sind selbstverständlich ebenfalls hier vertreten.

Die Anfahrt erfolgt von Süden und verläuft zunächst im Uhrzeigersinn entlang der kreisrunden Kraterkante. Diese liegt auf etwa 2.300 Metern über NN und bietet sensationelle Einblicke in den Kessel. Aufgrund der Höhe gilt der Ngorongoro übrigens als malariafrei. Dann sind wir von dem Kraterrand abgebogen und schlängelten uns 600 Höhenmeter hinunter in den Krater. Unten angekommen fühlten wir uns wie in einer Arche Noah. Tiere verschiedenster Gattungen, egal ob Räuber, oder Vegetarier, stehen dicht an dicht nebeneinander, als wäre es das normalste auf der Welt. Spätestens da wussten wir, warum ein Besuch des Ngorongoro Kraters zum absoluten Pflichtprogramm in Tansania gehört.

Biegt man nicht in den Krater ab, sondern fährt weiter geradeaus in Richtung Serengeti, besteht die Möglichkeit in einem der zahlreichen Massai-Dörfer am Wegesrand anzuhalten und sich die Kultur dieses Afrikanischen Stammes näherbringen zu lassen. Die Kosten hierfür betragen in etwa 20$ pro Person. Ein spannendes, informatives und lohnenswertes Erlebnis, da es sich hierbei um tatsächliche echte Massai-Dörfer handelt!

klein aber fein – der Lake Manyara Nationalpark

„Klein aber fein“ ist das Motto im Lake Manyara Nationalpark. Ein Besuch sollte unserer Meinung ebenfalls unbedingt eingeplant werden. Der Park liegt von Arusha kommend quasi auf dem Weg zur Serengeti bzw. zum Ngorongoro Krater und auch hier sind die Big Five vertreten.

Besonders schön fanden wir, dass auf relativ kleiner Fläche die unterschiedlichste Landschaftsformen vorhanden sind. Und da der Manyara-See schon 2/3 der gesamten Parkfläche einnimmt, verbleibt für den Landteil ein recht überschaubarer Rest. Die Tierdichte ist dadurch enorm hoch. Nirgendwo anders auf der Welt tummeln sich so viele Säugetiere auf engstem Raum wie hier! Auf Safari wird man daher nicht nur Tiere sehen, sondern diese auch hautnah erleben dürfen. Unser Highlight war ein schlafender Leopard, der gerademal 10 Meter entfernt in einem Baum lag. Des Weiteren wurden wir Teil einer Elefanten-Herde, als diese aus dem Wald kam und unseren Jeep mehrere Minuten umzingelte. Wäre Anfassen erlaubt, wäre das in diesem Moment locker möglich gewesen! Diverse Straßensperren durch Büffel und Paviane sind ebenfalls im Eintrittspreis inklusive.

Eine weltweite Besonderheit stellen die Löwen im Park dar, denn nur hier klettern Löwen auf Bäume, wie ihre gefleckten Artgenossen. Allerdings bekamen wir diese leider nicht zu Gesicht. Genauso haben wir hier leider keine Nashörner gesehen. In Summe also ein sehr schöner und abwechslungsreicher Park, in dem man den Tieren sehr nahe kommen kann!

Baobabs und Elefanten im Tarangire Nationalpark

Ebenfalls ein toller Park ist der Tarangire Nationalpark südlich des Manyara Sees. Neben der Serengeti landschaftlich sogar vielleicht der fotogenste Park, den wir in Tansania besucht haben. Man findet klassisches Grasland, offene Baumsavanne, sowie dichtes Busch- und Waldland. Auch die typisch afrikanischen Baobab-Bäume sind hier überdurchschnittlich häufig anzutreffen und vor allem auch der Tarangire-Fluss macht fototechnisch einiges her. Von den zahlreichen Aussichtspunkten hat man immer wieder fantastische Ausblicke und kann dabei mit Sicherheit eine der unzähligen Elefantenherden am Ufer beobachten. Ein Schauspiel, welchem wir einfach Stunden zusehen könnten! Die Elefanten sind definitiv auch die Hauptattraktion im Tarangire. Für Liebhaber der Dickhäuter ist der Park daher ein absolutes Muss! Neben den Elefanten sind aber bis auf das hier bereits ausgerottete Spitzmaulnashorn auch alle übrigen Big Five im Nationalpark vertreten.

Aufgrund seiner Größe, bietet sich der Tarangire auch super für eine Übernachtung im Park an. Dadurch hat man dann die Gelegenheit tiefer hineinzufahren und somit auch die abgelegeneren Bereiche ausgiebig zu erkunden. Die von uns gebuchte Tarangire Safari Lodge können wir euch dafür nur sehr ans Herz legen. Den Sonnenuntergang von der Open-Air Terrasse zu erleben ist sagenhaft und häufig kommen wohl sogar Elefanten zu Besuch.

zu Fuß im Arusha Nationalpark

Der kleinste von uns besuchte Park ist der Arusha Nationalpark. Hier prägt vor allem der Mount Meru, immerhin fünft höchster Berg Afrikas (4.562m), mit seinen von Regenwald bewachsenen Berghängen das Landschaftsbild. Am Fuße des Vulkans erschließen sich dann ausgedehnte Grasflächen und Bergwälder, sowie ein Sumpfgebiet um die Momella-Seen. Hier kann man zur richtigen Jahreszeit tausende Flamingos bestaunen. Im Park leben übrigens keine Löwen, so dass es hier möglich ist eine geführte Walking-Safari zu unternehmen. Mit einem bewaffneten Ranger haben wir uns Giraffen und Büffeln bis auf wenige Meter genähert. Ein sehr intensives Naturerlebnis!

Wir besuchten den Park zu Beginn unserer 6-tägigen Safari und würden im Nachhinein sagen, dass man auf diesen noch am ehesten verzichten und somit Zeit und Geld sparen kann. Wer unbedingt eine geführte Walking-Safari unternehmen möchte, was wir nur empfehlen können, kann dies z.B. auch im Tarangire Nationalpark tun.

Fazit

Alleine die Serengeti macht eine Safari in Tansania unvergesslich! Zwei Tage sollten hier trotz der hohen Preise Pflicht sein. Belohnt wird man mit allem was das Safari-Herz höher schlagen lässt. Wer im Anschluss noch den Ngorongoro Krater besucht, hat sehr gute Chancen die Big Five zu komplettieren und könnte somit auch schon wieder abreisen ;). Also ab nach Sansibar, auf den Kili, oder doch nach Hause? Eigentlich zu schade! Wer noch Zeit und Budget übrig hat, muss nämlich unbedingt noch den Tarangire Nationalpark in die Routenplanung aufnehmen. Landschaftlich ist dieser sehr reizvoll und eine Überdosis Elefant ist ebenfalls garantiert! Und auch den Lake Manyara Nationalpark sollte man besuchen. Hier kommt man den Tieren zum Anfassen nah. Am ehesten verzichten würden wir wohl auf den Arusha Nationalpark, so dass wir 4-5 Tagen Safari empfehlen. In Summe erhält unsere Woche auf Safari in Tansanias Nationalparks ohne zu zögern einen Platz in unserer Hall of Fame!

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